Ärzte ohne Grenzen

Welt-Tuberkulosetag: ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert Forschung und Entwicklung von neuen Behandlungsmethoden

    Berlin/Genf (ots) - Anlässlich des Welt-Tuberkulosetages am 24.
März 2001 fordert die internationale Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE
GRENZEN einfachere und kostengünstigere Behandlungsmöglichkeiten für
Tuberkulose (TB). Ein Drittel der Weltbevölkerung ist derzeit mit TB
infiziert, mindestens zwei Millionen Menschen sterben jährlich an der
Erkrankung. Zudem hat sich die Situation durch die HIV/Aids-Epidemie
in den vergangenen Jahren noch verschärft. Trotz dieser dramatischen
Zahlen sowie einem ernormen Wissensstand über die Krankheit wird nur
wenig in die Entwicklung  neuer Therapien investiert. Das neueste
Medikament wurde vor 30 Jahren entwickelt, der Impfstoff 1923 (BCG).
    
    Die derzeit wirkungsvollste Therapie zur Behandlung der
Tuberkulose ist die DOTS-Strategie (Directly Observed Treatment Short
Course). Sie beinhaltet die direkte Kontrolle der täglichen
Medikamenteneinnahme durch medizinisches Personal über einen Zeitraum
von sechs Monaten. Dies stellt sicher, dass der Patient seine
Medikamente regelmäßig einnimmt und so der Gefahr der Entstehung von
multiresistenten Erregern (MDR-TB) vorgebeugt wird.
    
    "DOTS ist im Moment die beste Strategie, die wir haben, und wir
wenden sie auch weiterhin in unseren Projekten an. Für viele der
meist armen TB-Patienten ist DOTS jedoch immer noch zu teuer", sagt
Ian Small, Leiter des Tuberkuloseprojektes am Aralsee in Usbekistan.
"Deshalb müssen die wirklichen Kosten von DOTS geprüft und bekannt
gemacht werden."
    
    Forschungsergebnisse sowie die Erfahrungen aus den Projekten von
ÄRZTE OHNE GRENZEN zeigen, dass der Einsatz von DOTS am effektivsten
ist, wenn die Behandlung mit einer umfassenden Unterstützung der
Patienten einhergeht. Dies beinhaltet neben der Kostenerstattung für
Medikamente und medizinische Betreuung auch die finanzielle
Unterstützung für Transport, Nahrungsmittel und bei Lohnausfall. Dies
erfordert enorme finanzielle Mittel seitens der Regierungen von
Ländern, deren Gesundheitsbudget ohnehin schon knapp bemessen ist.
Zudem verlangt es einen hohen Einsatz von den Patienten, die während
der Behandlungszeit gegebenenfalls nicht arbeiten können.
    
    "Unsere Erfahrungen zeigen, dass wir dringend einfachere Therapien
benötigen. Wir sind schockiert darüber, dass die Forschung und
Entwicklung neuer Medikamente weitgehend zum Stillstand gekommen
ist," sagt Dr. James Orbinski von ÄRZTE OHNE GRENZEN.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN unterstützt die Globale Allianz zur Entwicklung
von TB-Medikamenten (Global Alliance for TB Drug Development), die
sich um Partnerschaften mit der Wirtschaft bemüht, um neue Therapien
zu entwickeln", sagt Dr. Orbinski. "Gleichzeitig ist es jedoch
dringend erforderlich, dass sich Regierungen, internationale
Organisationen und die pharmazeutische Industrie dafür einsetzen,
neue und einfachere Medikamente zur Bekämpfung der Tuberkulose auf
den Markt zu bringen."
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN betreut derzeit mehr als 20 TB-Projekte
weltweit und hat eine internationale Kampagne für den besseren Zugang
zu unentbehrlichen Medikamenten gestartet. (www.accessmed-msf.org)
    
    
ots Originaltext: Ärzte ohne Grenzen e.V.
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de


Weitere Informationen:
Pressestelle,
Kattrin Lempp,
Tel.: 030-22 33 77 00
www.aerzte-ohne-grenzen.de

Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Ärzte ohne Grenzen

Das könnte Sie auch interessieren: