Ärzte ohne Grenzen

Prozess um Zulassung preiswerter Aids-Medikamente verschoben
ÄRZTE OHNE GRENZEN begrüßt Entscheidung des Obersten Gerichtshofes

    Berlin (ots) - Die internationale Organisation ÄRZTE OHNE GRENZEN
begrüßt die gestrige Entscheidung des Obersten Gerichtshofes, die
südafrikanische regierungsunabhängige Organisation Treatment Action
Campaign (TAC) als offiziellen Sachverständigen im Verfahren
zuzulassen. TAC fordert die pharmazeutische Industrie auf, die hohen
Medikamentenpreise sowie die Forderung nach langjährigem Patentschutz
zu begründen. Die Arzneimittelhersteller müssen innerhalb eines
Monats hierzu Stellung beziehen. Der Prozess wird am 18. April 2001
wiederaufgenommen.
    
    "Zum ersten Mal wird sich die pharmazeutische Industrie öffentlich
rechtfertigen müssen, warum die Medikamentenpreise so hoch sind und
der Patentschutz so strikt ist, während gleichzeitig Millionen
Menschen an Aids sterben und kostengünstigere Medikamente auf dem
Markt sind", erklärte Zackie Achmat, Sprecher von TAC. Seine
Organisation vertritt die Rechte der 4,3 Millionen HIV-positiven
Menschen in Südafrika.
    
    Die Pharma-Industrie hatte versucht, die Initiative von TAC zu
blockieren. Nach der positiven Entscheidung des Vorsitzenden Richters
verlangten die Kläger eine viermonatige Prozessunterbrechung, um eine
Stellungnahme vorzubereiten. Der Richter gewährte ihnen jedoch nur
drei Wochen, um den Prozess nicht unnötig in die Länge zu ziehen.
    
    "Die Arzneimittelhersteller verzögern diesen Prozess bereits seit
drei Jahren. Jeder weitere Tag bedeutet, dass bezahlbare Medikamente
fehlen und Menschen sterben", so der Arzt Eric Goemaere,
Projektleiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN in Südafrika.
    
    Der Prozessbeginn in Pretoria wurde von weltweiten Protestaktionen
gegen die pharmazeutische Industrie begleitet. ÄRZTE OHNE GRENZEN
wird weiterhin für das Recht auf Zugang zu bezahlbaren Medikamenten
eintreten und begrüßt in diesem Zusammenhang auch die Stellungnahme
der Bundesministerin für wirtschaftliche Zusammenarbeit, Heidemarie
Wieczorek-Zeul. Die Ministerin hatte die Pharma-Industrie zu
Prozessbeginn um Rücknahme der Klage gebeten.
    
    
ots Originaltext: Ärzte ohne Grenzen
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