Ärzte ohne Grenzen

Burundi: Zahl der unterernährten Kinder in der Provinz Karuzi nimmt zu
Dringend Lebensmittellieferungen durch das Welternährungsprogramm benötigt

    Berlin/Bujumbura (ots) - Die Anzahl der schwer unterernährten
Kinder in den Ernährungszentren der nördlichen Region Karuzi hat sich
in den vergangenen vier Wochen verdoppelt. Dies berichtet die
internationale Organisation ÄRZTE OHNE GRENZEN. Sie ruft das
UN-Welternährungsprogramm (WFP) auf, die allgemeine
Lebensmittelverteilung im Norden Burundis zu verbessern und
sicherzustellen, dass die Ernährungszentren ausreichend versorgt
sind.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN ist die einzige Hilfsorganisation, die in
Karuzi Ernährungszentren betreut. Insgesamt werden derzeit 19.000
Kinder, Jugendliche und stillende Mütter versorgt, 1.100 Kinder
benötigen außerdem intensive medizinische Hilfe. Zwei weitere Zentren
für 2.300 Kinder sollen in den nächsten zwei Wochen eröffnet werden.
    
    "Unsere Ernährungszentren helfen nur denjenigen, die bereits
unterernährt sind und medizinische Hilfe benötigen. Damit ist das
Problem aber nicht gelöst", sagte Andrew Durrant, Programmleiter in
Burundi. "Das Welternährungsprogramm und die entsprechenden
Geberländer müssen die Lebensmittellieferungen drastisch verbessern
und sich für eine ausreichende Versorgung einsetzen. Wenn es keine
allgemeine Nahrungsmittelverteilung in der Provinz Karuzi gibt, wird
die Zahl der unterernährten Kinder nicht abnehmen."
    
    Ungefähr 360.000 Menschen leben in dieser Provinz. Etwa 20 Prozent
davon sind Kinder unter fünf Jahren. Eine Erhebung über den
Ernährungszustand, die ÄRZTE OHNE GRENZEN im November 2000
durchgeführt hatte, ergab, dass ein Viertel der Kinder unterernährt
waren; 13 Prozent der Kinder sogar schwer unterernährt. Seitdem hat
sich die Situation noch verschlechtert. Täglich werden etwa 150
schwer unterernährte Kinder in die Programme neu aufgenommen.
    
    Ausbleibender Regen hatte bereits im letzten Jahr die Ernte
beeinträchtigt. Die kommende Ernte im Mai/Juni wird nicht ausreichen,
um den Bedarf der Bevölkerung zu decken. Es sei denn, bis Mitte
Februar würde erneut Saatgut verteilt und ausgesät.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN arbeitet mit rund 1.000 nationalen und 43
internationalen Mitarbeitern in der Provinz Karuzi. Darüber hinaus
ist die Organisation in der Hauptstadt Bujumbura tätig sowie in den
Provinzen Cancuzo, Bujumbura Rural, Kayanza und Ngozi.
    
    
ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN
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Weitere Informationen:
Samantha Bolton in Nairobi
(+254-2-44 44 74 oder Handy +254-72 513 981),
Cyrus Paques in Bujumbura (+257-937 196)
oder Petra Meyer in Berlin: 030-22 33 77 00

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