Ärzte ohne Grenzen

Burundi: Malaria-Epidemie und Unterernährung bedrohen Bevölkerung
ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert Nahrungsmittellieferungen durch die Vereinten Nationen

    Berlin (ots) - Eine ungewöhnlich schwere Malaria-Epidemie sowie
die zunehmende Nahrungsmittelknappheit in Folge von Ernteausfällen
führen zu einer bedrohlichen Lage der Bevölkerung im Norden Burundis.
Die internationale Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN ist besorgt
über diese Situation und fordert das Welternährungsprogramm der
Vereinten Nationen (WFP) auf, auch im Norden des Landes genügend
Nahrungsmittel für die Bevölkerung bereitzustellen. Sollte dies nicht
geschehen, befürchtet die Organisation katastrophale Folgen.
    
    In der Provinz Karuzi leidet ein Viertel aller Kinder an
Unterernährung, wie eine von ÄRZTE OHNE GRENZEN durchgeführte
Untersuchung zeigt. Die Situation verschlimmert sich täglich.
Mindestens 59 Kinder sind im vergangenen Dezember an den Folgen der
Unterernährung gestorben. "Die Kinder kommen in einem sehr schlechten
Ernährungszustand zu uns. Dieser schwächt ihre Immunabwehr und macht
sie anfälliger für Malaria und andere Erkrankungen, was zu einer
hohen Sterberate führt", sagt Andy Durrant, Projektkoordinator von
ÄRZTE OHNE GRENZEN in Burundi.
    
    Die Organisation betreut zehn Ernährungszentren, in denen
hauptsächlich Kinder unter zwölf Jahren versorgt werden. Zwei weitere
Ernährungszentren sollen schnellstmöglich in Buhiga und Gitaramuka
eingerichtet werden. Rund 600 Kinder benötigen eine
Intensivbehandlung rund um die Uhr, was nur in den therapeutischen
Ernährungszentren gewährleistet werden kann. Seit November letzten
Jahres hat sich die Anzahl der Kinder, die eine solche Betreuung
benötigen, verdoppelt. Die Ernährungszentren von ÄRZTE OHNE GRENZEN
stellen außerdem jede Woche rund 16.500 zusätzliche
Nahrungsmittelrationen für die Bevölkerung bereit.
    
    Darüber hinaus wütet derzeit eine Malaria-Epidemie im Norden des
Landes, die ebenso zu einer Schwächung der Bevölkerung beiträgt. Das
Krankenhaus in Karuzi betreut derzeit 300 Patienten, ist aber nur mit
125 Betten ausgestattet. Im vergangenen November wurden mehr als
720.000 Malaria-Fälle im ganzen Land registriert. In den Provinzen
Kayanza und Ngozi wurden in den von ÄRZTE OHNE GRENZEN unterstützten
Gesundheitszentren 25.000 Konsultationen pro Woche durchgeführt.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN hat seit Ende Dezember bereits 88 Tonnen
Hilfsmaterial, logistisches Material und Nahrungsmittel nach Burundi
geschickt.
    
ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN
Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de

Weitere Informationen:
ÄRZTE OHNE GRENZEN,
Pressestelle, Kattrin Lempp,
Tel.: 030 - 22 33 77 00
www.aerzte-ohne-grenzen.de

Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Ärzte ohne Grenzen

Das könnte Sie auch interessieren: