Ärzte ohne Grenzen

Guinea: Gelbfieber-Epidemie breitet sich aus - Impfstoffe fehlen
Dringender Handlungsbedarf für die WHO

Berlin (ots) - Mehrere Millionen Menschen sind derzeit von einer Gelbfieber-Epidemie in Guinea bedroht. Nach Angaben der Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN fehlen jedoch etwa 1,5 Millionen Impfdosen, um eine umfassende Impfkampagne durchzuführen. Die Organisation fordert die WHO auf, künftig für ausreichende Lagerbestände zu sorgen. Rund 493 Gelbfieberfälle sind bereits im Zentrum des Landes in den Gebieten Mamou, Labbé und Kankan sowie in den Städten Kindia und Dubreka aufgetreten. Derzeit liegt die Sterberate bei etwa 40 Prozent. Die Mitarbeiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN impfen seit Mitte November bis zu 15.000 Menschen täglich in den am stärksten betroffenen Regionen. Diese Maßnahmen reichen jedoch nicht aus. Die Epidemie bedroht 2,5 Millionen Menschen, darunter auch die 1,5 Millionen Bewohner der Hauptstadt Conakry. Doch selbst wenn alle weltweit verfügbaren Gelbfieber-Impfdosen zur Verfügung stünden, fehlten etwa 1,5 Millionen Impfdosen, um eine umfassende Impfkampagne durchzuführen. Dieser Mangel könnte vor allem in der im Mai einsetzenden Regenzeit ernsthafte Folgen haben. Die Regenzeit begünstigt die Verbreitung der Mücken, die die Krankheit übertragen. Es ist daher dringend erforderlich, die von der Epidemie bedrohte Bevölkerung vorher zu impfen. Gelbfieber tritt in rund 35 afrikanischen Ländern sowie einigen lateinamerikanischen Staaten auf. Dabei handelt es sich um eine Viruserkrankung, die von Mücken übertragen wird und in bis zu 80 Prozent der Fälle tödlich verlaufen kann. Spätestens nach den beiden letzten Epidemien in Nigeria und Bolivien hätte die internationale Gemeinschaft dafür sorgen müssen, die Vorräte an Impfdosen wieder aufzustocken. ÄRZTE OHNE GRENZEN ruft daher die internationale Gemeinschaft auf, vor allem aber die Weltgesundheitsorganisation (WHO) und das Kinderhilfswerk UNICEF, entsprechende Vorratslager für Gelbfieber-Imfpstoffe anzulegen, damit jederzeit schnell auf eine Epidemie reagiert werden kann. Aufgrund mangelnder Markt-Chancen produziert die Pharma-Industrie nur dann solche Impfstoffe, wenn internationale Organisationen wie die WHO große Mengen anfordern. Etwa 20 internationale Mitarbeiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN sind derzeit allein für die Impfkampagne tätig. Bereits seit 1988 arbeitet die Organisation in Guinea, vor allem in Tuberkuloseprogrammen und in der Versorgung von Flüchtlingen, die aus Sierra Leone und Liberia nach Guinea geflohen sind. ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel: 030-22 33 77 00 Infos zur Medikamentenkampagne finden Sie unter: www.accessmed-msf.org Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

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