Ärzte ohne Grenzen

ANGOLA: Vertreibungen in ländlichen Gebieten nehmen zu
ÄRZTE OHNE GRENZEN ist besorgt über die Situation der Vertriebenen

New York/Bonn (ots) - Anlässlich der heutigen Beratungen des UN-Sicherheitsrates über die Lage in Angola, ruft die medizinische Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN dringend dazu auf, die humanitäre Hilfe für die Vertriebenen zu ermöglichen. Die Vereinten Nationen und die kriegführenden Parteien müssten den Zugang der humanitären Organisationen zu den Menschen sicherstellen. Außerdem hat ÄRZTE OHNE GRENZEN die angolanische Regierung aufgefordert, für den Schutz der Bevölkerung zu sorgen. Zur Zeit leben zweieinhalb Millionen Vertriebene in Angola. Nach Angaben der Vereinten Nationen wurden allein von April bis Juli diesen Jahres mehr als 103.000 Personen vertrieben. Aufgrund wachsender Unsicherheit in den ländlichen Gebieten sucht die Mehrzahl dieser Menschen Schutz in den Zentren der Städte. Im Juni erreichten etwa 2.000 Vertriebene, zehnmal mehr als in den vergangenen Monaten, die Stadt Luena im Osten des Landes, wo ÄRZTE OHNE GRENZEN ein Ernährungsprogramm betreut und das Krankenhaus der Provinz unterstützt. Die Zunahme der durch Minen verursachten Unfälle und anderer kriegsbedingter Verletzungen zeigt, wie sehr die Zivilbevölkerung außerhalb der Stadtzentren unter dem Konflikt leidet. Im Krankenhaus von Kuito führte das chirurgische Team von ÄRZTE OHNE GRENZEN innerhalb der ersten drei Monate des Jahres 2000 bereits mehr als 23 Amputationen an Minenopfern durch. Trotz der wachsenden Unsicherheit außerhalb der Stadtzentren planen die angolanischen Behörden mit der Unterstützung der internationalen Gemeinschaft und der Vereinten Nationen die Rückführung der Vertriebenen in ihre Heimatorte. ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert, dass vor der Rückführung die Sicherstellung der Minimal-Standards an Sicherheit und Versorgung sichergestellt werden müssen. Außerdem sollte die Rückführung nur freiwillig erfolgen. Darüber hinaus hat das Welternährungsprogramm (WFP) in manchen Gegenden seine Hilfe drastisch eingeschränkt. ÄRZTE OHNE GRENZEN befürchtet, dass sich die Menschen aufgrund der Nahrungsmittelkürzungen des WFP dazu gezwungen sehen, die Stadtzentren auf der Suche nach Nahrung zu verlassen und somit ihr Leben in Gefahr zu bringen. "Die Menschen fliehen aus den ländlichen Gebieten, um Sicherheit in den Städten zu suchen. Sie sollten nicht gezwungen sein, in unsichere Gegenden zurückzukehren, weil sie Hunger haben", sagt Felicitas Ibanez-Llado von ÄRZTE OHNE GRENZEN. ÄRZTE OHNE GRENZEN ist außerdem besorgt darüber, dass die humanitären Organisationen in den Gebieten, die nicht von der Regierung kontrolliert werden, keinen Zugang zu den Menschen haben. "Berichten zufolge braucht eine große Anzahl von Menschen in diesen Teilen des Landes Hilfe und Schutz", so der Mitarbeiter Erwin van der Borght. "Die Vereinten Nationen und die kriegführenden Parteien müssen sich dafür einsetzen, den Zugang zu den Vertriebenen in den von der UNITA kontrollierten Gebieten zu ermöglichen." ÄRZTE OHNE GRENZEN arbeitet bereits seit 1983 in Angola. Derzeit führt die Organisation chirurgische Programme, Ernährungsprogramme und Programme zur Basisgesundheitsversorgung in acht Provinzen des Landes durch. Außerdem wird ein Projekt zur Bekämpfung der Schlafkrankheit in der Provinz Kwanze Norte betreut. ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen,: Pressestelle, Kattrin Lempp, Tel.: 0228-55 950-0 Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

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