Ärzte ohne Grenzen

SIERRA LEONE: Angespannte Sicherheitslage erschwert Versorgung der Vertriebenen

Bonn (ots) - Die medizinische Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN ist äußerst besorgt über die sich verschlechternde Sicherheitslage in Mile 91, einem Ort 50 Kilometer südwestlich von Makeni, im Norden Sierra Leones. Seit Anfang Mai wurden Zehntausende Menschen aus den Städten Makeni, Magburuka und den umliegenden Dörfern nach Mile 91 vertrieben. Der ständige Zustrom von Flüchtlingen hat dort eine Krise in der Gesundheitsversorgung ausgelöst. Der Zugang für humanitäre Helfer sowie die Lieferung von Hilfsgütern wird durch die extrem unsichere Lage in der Region erschwert. Innerhalb der ersten beiden Juliwochen untersuchten die Mitarbeiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN 9.000 Menschen in zwei Gesundheitszentren. Dabei wurde eine wachsende Anzahl von Patienten mit blutigem Durchfall registriert. Der von Shigellen-Bakterien ausgelöste Durchfall ist sehr ansteckend und kann leicht zu einer Epidemie führen. Ein weiteres Problem stellt die Unterernährung dar: In einem Ernährungszentrum wurden in den vergangenen zwei Wochen 630 unterernährte Kinder aufgenommen. Die Mütter gaben an, dass die Kinder erst seit ihrer Ankunft in Mile 91 an Unterernährung leiden. Einem Bericht von ÄRZTE OHNE GRENZEN zufolge sind die meisten Vertriebenen aus ihren Dörfern nach Mile 91 geflohen, weil sie von Kampfhubschraubern der Regierung angegriffen wurden. Darüber hinaus wurde die Bevölkerung durch Grausamkeiten der Rebellenfraktion RUF terrorisiert und zur Flucht genötigt. Die Stadt Mile 91 liegt zwischen den sich bekämpfenden Kriegsparteien, nahe eines Stützpunktes der Regierungsarmee. Die Bevölkerung wird insbesondere durch anhaltende Kämpfe zwischen diversen Milizgruppen, die der Regierungsseite angehören, bedroht. Die Sicherheitslage der Stadt ist daher sehr angespannt. Seit Juni unterstützt ÄRZTE OHNE GRENZEN zwei Gesundheitszentren in Mile 91 sowie eine mobile Klinik, um die umliegenden Dörfer zu versorgen. Diese Arbeit musste mehrfach aufgrund gewalttätiger Auseinandersetzungen in der Region unterbrochen werden. ACHTUNG: Der Fotograf Robert Knoth (World Press Photo 2000) ist gerade von Sierra Leone zurückgekehrt. Eindrucksvolle Fotos zu Mile 91 sind erhältich über den Fotografen selbst: Tel: +31-6-20515356 ACHTUNG: Eine Fotodokumentation von Ludger Schadomsky "Sierra Leone" wird am heutigen Donnerstag um 16.30 im Foyer der Deutschen Welle, Raderberggürtel 50 in Köln eröffnet. Die sierra-leonesische Journalistin Claudia Anthouy wird über die aktuelle politische Situation berichten, Renate Rassmann von ÄRZTE OHNE GRENZEN wird die Trauma-Arbeit mit verstümmelten Überlebenden darstellen. ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Pressestelle: Kattrin Lempp, Tel: 0228 - 55 95 00 Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

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