Ärzte ohne Grenzen

Sierra Leone: Zivilbevölkerung leidet unter den Gräueltaten der Rebellen und den Bombardierungen der Regierung

Bonn (ots) - Mehr Aufmerksamkeit für die hoffnungslose Lage der Vertriebenen in Sierra Leone fordert die medizinische Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN. Die Organisation veröffentlichte einen Bericht, demzufolge die Mehrheit der Vertriebenen bei den jüngsten Kämpfen vor den Angriffen der Kampfhubschrauber der Regierung geflohen sind. Etwa 200.000 Menschen flohen bei den jüngsten Kampfhandlungen in Sierra Leone vor Angst, Gewalt und Hunger aus ihren Dörfern. Noch immer suchen viele verzweifelt nach Unterkünften und Sicherheit. Nach Ansicht von ÄRZTE OHNE GRENZEN haben die Vereinten Nationen und die internationale Gemeinschaft jedoch darin versagt, den Bürgern Sierra Leones Schutz zu gewähren. Außerdem besteht der Organisation zufolge nur ungenügender Zugang für humanitäre Hilfsorganisationen zu den Vertriebenen. Humanitäre Hilfe wird jedoch dringend benötigt, um denen zu helfen, die in die Vertriebenenlager strömen oder im gesetzlosen Chaos der von Rebellen und Milizen kontrollierten Gebiete gefangen sind. Dem Bericht zufolge flohen die meisten Menschen hauptsächlich aus Angst vor den Angriffen der Kampfhubschrauber der Regierung. Die Armee der Regierung hatte bereits im Mai damit begonnen, einige Städte im Norden des Landes zu bombardieren. Augenzeugen zufolge wurde dabei nicht zwischen zivilen und militärischen Zielen unterschieden. Weiterer Anlass für die Flucht vieler Menschen waren die schweren Misshandlungen durch Soldaten der Rebellenbewegung RUF (Revolutionary United Front). Erschießungen, Vergewaltigungen, Amputationen und Zwangsarbeit waren an der Tagesordnung. Daneben sorgen Milizen, die angeblich auf Regierungsseite kämpfen, weiterhin für Unsicherheit und Angst in den Gebieten, in denen sich die Vertriebenen aufhalten. Diese Milizen verwehren den Vertriebenen die Bereitstellung von Unterkunft, Nahrungsmitteln und medizinischer Hilfe. Die Lage der Zivilbevölkerung in Sierra Leone und das Verhalten beider Konfliktparteien machen es erforderlich, dass die internationale Gemeinschaft sich dem Konflikt in einer umfassenderen Weise als bisher annimmt. Dabei sollte das Interesse der Menschen im Mittelpunkt stehen, die in diesem Land vertrieben, misshandelt und von den kriegführenden Parteien terrorisiert werden. Der siebenseitige Bericht " Humanitarian Concerns and the Displaced Population" kann über die Pressestelle bezogen werden. ots Originaltext: Ärzte ohne Grenzen Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Pressestelle: Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 0228-55 95 0-0 Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: Ärzte ohne Grenzen

Das könnte Sie auch interessieren: