Ärzte ohne Grenzen

Sierra Leone: ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert Zugang zu humanitärer Hilfe für die Zivilbevölkerung

Freetown/Bonn (ots) - Die internationale medizinische Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN ist tief besorgt darüber, dass die Not der Zivilbevölkerung in Sierra Leone unbeachtet bleibt und sich die internationale Aufmerksamkeit ausschließlich auf die UN-Streitkräfte konzentriert. Die erneut ausgebrochenen Kämpfe in Sierra Leone und der fehlende Zugang zu humanitärer Hilfe führen zu Engpässen in der Nahrungsmittelversorgung und haben zu ersten Fällen von Unterernährung geführt. Außerdem erhöht sich das Risiko für den Ausbruch von Epidemien, und die Situation in den Vertriebenenlagern verschärft sich zunehmend. ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert die Konfliktparteien auf, den Zugang der Zivilbevölkerung zu humanitärer Hilfe sicherzustellen. Die Städte Makeni und Kabala sind von der Nahrungsmittelversorgung abgeschnitten, und es zeigen sich bereits erste Zeichen von Unterernährung. In Kambia kann das Ernährungszentrum nicht weiter betreut werden, weil die Mitarbeiter aufgrund der Kämpfe die Stadt verlassen mussten. Obwohl sich die Nahrungsmittelsituation voraussichtlich weiter verschlechtern wird, muss ÄRZTE OHNE GRENZEN aufgrund der prekären Sicherheitslage seine Ernährungsprogramme reduzieren. In den Bezirken Kambia, Bombali und Tonkolele im Norden des Landes musste die Organisation ihre Unterstützung für Kliniken, Gesundheitszentren und Ernährungsprogramme bereits einstellen. Außerdem mussten Masernimpfkampagnen in Bombali, Tonkalele, Mile und Kabala abgebrochen werden, was das Risiko eines Krankheitsausbruchs erhöht. Die Vertriebenenlager in Lungi und auf der westlichen Halbinsel sind bereits überfüllt. Berichte deuten darauf hin, dass bereits mehr als 10.000 weitere Menschen im Norden des Landes vertrieben wurden. ÄRZTE OHNE GRENZEN ruft alle Konfliktparteien dazu auf, den freien und ungehinderten Zugang der Bevölkerung zu humanitärer Hilfe sicherzustellen - so wie es die Genfer Konventionen vorsehen. Außerdem fordert ÄRZTE OHNE GRENZEN, dass humanitäre Hilfe nicht politischen Erwägungen unterworfen werden darf. ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Pressestelle, Petra Meyer, Kattrin Lempp, Tel.: 0228 - 55 95 0-0 ÄRZTE OHNE GRENZEN in Sierra Leone: ÄRZTE OHNE GRENZEN führt weiterhin Projekte auf der westlichen Halbinsel, in Freetwon sowie in Pujehun, Moyamba, Kenema und Matru im Süden und Kabala im Norden des Landes durch. In Freetown arbeitet ein chirurgisches Team von ÄRZTE OHNE GRENZEN, außerdem werden Vertriebene unterstützt. Im Süden unterstützt ÄRZTE OHNE GRENZEN 28 Gesundheitszentren und drei Distrikt-Krankenhäuser in Pujehun, Bo und Bonthe. Viele dieser Einrichtungen wurden von ÄRZTE OHNE GRENZEN wieder instand gesetzt. ÄRZTE OHNE GRENZEN betreut außerdem psycho-soziale Programme für Kriegstraumatisierte in Freetown, Kenema und Bo. Die Projekte in Kambia und Makeni mussten nach dem erneuten Ausbruch der Kämpfe eingestellt werden. Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: Ärzte ohne Grenzen

Das könnte Sie auch interessieren: