Ärzte ohne Grenzen

Südlibanon: ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert Konfliktparteien dazu auf, die Zivilbevölkerung zu schützen

    Beirut/Bonn (ots) -  Die internationale humanitäre
Hilfsorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN ist tief besorgt über den
mangelnden Schutz der Zivilbevölkerung im Südlibanon. Die
Organisation fordert alle Kriegsparteien dazu auf, den Schutz der
Menschen zu gewährleisten. Die gewalttätigen Auseinandersetzungen
spielen sich derzeit direkt neben Wohnhäusern und Schulen ab. Die
Bevölkerung lebt unter ständiger Bedrohung, und ihre Zukunft ist
unsicher. "Wir sehen eine enorme Zunahme von Stress und Angst unter
der Bevölkerung. Die Menschen leben in großer Unsicherheit darüber,
was mit ihnen während und nach dem Rückzug Israels geschehen wird,"
sagt Projektleiterin Caroline Taylor.
    
    Die Mitarbeiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN, die in mehreren Gemeinden
im Südlibanon psychosoziale Projekte betreuen, stellen eine starke
Zunahme von chronischem und akutem Stress unter der Bevölkerung fest.
Dies zeigt, wie sehr sich die Menschen in der Region von dem Konflikt
bedroht fühlen. Immer wieder wurden Zivilisten getötet oder verletzt,
außerdem wurden Wohnhäuser zerstört und Schulen unter Beschuss
genommen. Vor einer Woche wurde die Grundschule des Dorfes Arab Salim
während der Unterrichtszeit von einer Granate getroffen. Die Kinder
suchten im Erdgeschoss Schutz - nur durch Zufall wurde niemand
verletzt. Schon im Dezember 1999 war diese Schule mit Granaten
beschossen worden. Damals waren 15 Kinder verletzt worden. Die
Mitarbeiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN sorgten für eine intensive
psychosoziale Betreuung der Kinder nach den jeweiligen
Zwischenfällen.
    
    Der seit Jahren andauernde Konflikt belastet die Menschen in
dieser Region körperlich und psychisch. Im Rahmen einer
psychosozialen Befragung sprachen Mitarbeiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN
in der Region Nabatiye mit 124 Menschen. Dabei gaben 23 Prozent der
Befragten an, mindestens ein Familienmitglied in dem Konflikt
verloren zu haben. Außerdem erklärten 18 Prozent der Befragten, die
Bombardierung ihres Hauses miterlebt zu haben.
    
    ÄRZTE OHNE GRENZEN betreut derzeit psychosoziale Projekte in
Nabatiye und Jezzine - in unmittelbarer Nähe zur Konfliktzone. Dabei
wird lokales Personal dafür ausgebildet, psychosoziale Hilfe zu
leisten. Zudem werden Mitarbeiter des libanesischen Roten Kreuzes in
medizinischer Nothilfe geschult.
    
ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN
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