Ärzte ohne Grenzen

Weltgesundheitsversammlung
ÄRZTE OHNE GRENZEN begrüßt Aids-Resolution

Bonn (ots) - Die medizinische Nothilfeorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN unterstützt die Forderung der Entwicklungsländer nach mehr Engagement der Weltgesundheitsorganisation (WHO) im Kampf gegen Aids /HIV. Die Teilnehmer der 53. Weltgesundheitsversammlung in Genf verabschiedeten am vergangenen Samstag eine Resolution, in der die WHO ausdrücklich aufgefordert wird, ärmere Länder bezüglich der besten Strategien zur Behandlung von Aids zu beraten. Außerdem sollen die Länder über die gesetzgeberischen Möglichkeiten zur Überwindung von Zugangshindernissen für Aids-Medikamente aufgeklärt werden. Vertreter verschiedener Entwicklungsländer, allen voran Brasilien, Botswana und Simbabwe hatten während der einwöchigen Versammlung - entgegen der Wünsche der USA und einiger europäischer Staaten - darauf hingewirkt, der WHO wichtige Aufgaben im Kampf gegen Aids zuzusprechen. Die Resolution fordert die Mitgliedstaaten und die WHO dazu auf, existierende Datenbanken der wichtigsten Medikamente, einschließlich Aids-Medikamente, zu erweitern und Informationen bezüglich des Medikamentenpreises mit aufzunehmen. Diese Liste soll allen Mitgliedsstaaten zugänglich gemacht werden, so dass in Zukunft der Preis der Aids-Medikamente weltweit verglichen werden kann und Angebote der Pharma-Industrie geprüft werden können. Dies soll es den ärmeren Ländern ermöglichen, auf legale Art und Weise, den günstigsten Preis für die von ihnen benötigten Medikamente zu erreichen. Die ärmeren Länder sollen zudem von der WHO aktiv und unabhängig über gesetzgeberische Möglichkeiten aufgeklärt werden, Zugangshindernisse zu Aids-Medikamenten zu überwinden. Dabei geht es darum, den Einfluss bestimmter Handelsabkommen (z.B TRIPS) auf die Gesundheitsversorgung zu erkennen und entsprechende Ausnahmeregelungen auszuschöpfen. Außerdem soll die Medikamenten- bzw. Generika-Produktion in den ärmeren Ländern selbst sowie der Import von pharmazeutischen Produkten gemäß nationalem Recht und internationalen Abkommen (wie z. B Parallelimport gemäß des TRIPS-Abkommens) gefördert werden. Damit soll der Zugang zu Aids-Medikamenten in ärmeren Ländern sichergestellt werden. ÄRZTE OHNE GRENZEN setzt sich mit der Kampagne "Besserer Zugang zu unentbehrlichen Medikamenten" für den Zugang zu Medikamenten in ärmeren Ländern ein. ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen, Pressestelle, Kattrin Lempp: Tel.: 0228 / 55 95 00 Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

Themen in dieser Meldung


Weitere Meldungen: Ärzte ohne Grenzen

Das könnte Sie auch interessieren: