Ärzte ohne Grenzen

AKTIVITÄTEN-UPDATE - Palästinensische Autonomiegebiete/Gaza, 21. Januar 2009: ÄRZTE OHNE GRENZEN weitet Hilfe aus - 21 Tonnen medizinisches Material eingetroffen

    Berlin (ots) - Nach Beginn der Waffenruhe konnte ÄRZTE OHNE GRENZEN seine medizinische Hilfe im Gazastreifen wieder ausweiten. Zwei Kliniken, die angesichts der Gewalt vor rund drei Wochen schließen mussten, sind nun wieder geöffnet. In der Nähe der Klinik von ÄRZTE OHNE GRENZEN zur post-operativen Versorgung in Gaza-Stadt wurden zwei Krankenhauszelte mit zwei Operationssälen und einer Intensivstation mit zehn Betten errichtet. Seit dem 18. Januar arbeiten außerdem zusätzliche chirurgische Mitarbeiter im Shifa-Krankenhaus in Gaza-Stadt.

    Insgesamt ist das medizinische Team, das während der drei Wochen lang dauernden Kämpfe rund 500 Eingriffe durchführte, um zwei Gefäßchirurgen, einen Orthopäden, zwei Anästhesisten, sowie einen Pfleger und eine Krankenschwester für Intensivmedizin verstärkt worden. Eine Frachtlieferung mit 21 Tonnen an Medikamenten und chirurgischen Materialien ist am 19. Januar in Gaza-Stadt angekommen. Vermutlich wird die Zahl der Patienten in den kommenden Tagen steigen, da viele Menschen erst langsam beginnen, sich wieder freier zu bewegen und medizinische Hilfe zu suchen.

    In der Klinik zur post-operativen Versorgung in Gaza-Stadt behandelten die Mitarbeiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN am 19. Januar 30 Patienten. Das sind mehr als in den Tagen zuvor. Die Klinik in der Stadt Khan Younis, im Süden des Gazastreifens, und die Kinderklinik in der nördlich gelegenen Stadt Beit Lahia haben ihre Arbeit wieder aufgenommen.

    Einige Operationen hatten sich in der vergangenen Woche verzögert, und einige Patienten brauchen einen zweiten chirurgischen Eingriff, so dass die Teams schnell arbeiten und sich auf die am schwersten Verwundeten konzentrieren müssen. Gut 40 Prozent der bislang behandelten Verletzten benötigten Amputationen.

    Im Shifa-Krankenhaus sind internationale medizinische Mitarbeitern verschiedener Organisationen im Moment stark präsent. Teams von ÄRZTE OHNE GRENZEN ermittelt derzeit an verschiedenen Orten im Gazastreifen die medizinischen Bedürfnisse, einschließlich der Orte, an denen Vertriebene zusammenkommen.

    Neun weitere internationale Mitarbeiter werden heute in Gaza erwartet, um die bislang rund 80 Kollegen zu unterstützen. Falls nötig, werden noch zusätzliche Mitarbeiter und Materialien nach Gaza gebracht.

    Deutsche Interviews mit der medizinischen Koordinatorin unserer Projekte im Gazastreifen sind möglich.

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