Ärzte ohne Grenzen

Aktivitäten-Update Simbabwe, 12. Dezember 2008 - Das Land erlebt den schwersten Choleraausbruch seit Jahren - ÄRZTE OHNE GRENZEN hat bereits mehr als 11.000 Patienten behandelt

    Berlin (ots) - Teams von ÄRZTE OHNE GRENZEN haben in Simbabwe seit August diesen Jahres mehr als 11.000 Cholera-Patienten behandelt. Der aktuelle Ausbruch der schweren Durchfallerkrankung ist der schlimmste, den das Land seit Jahren erlebt hat. Mitarbeiter der internationalen Hilfsorganisation haben in fast allen Provinzen des Landes Cholerabehandlungszentren eingerichtet. Insgesamt sind es mehrere Dutzend. Derzeit arbeiten dort mehr als 500 simbabwische und internationale Mitarbeiter der Organisation.

    Das Zentrum des Ausbruchs ist die dicht besiedelte Hauptstadt Harare, wo ÄRZTE OHNE GRENZEN bislang mehr als 6.000 Cholera-Patienten behandelt hat. Allein in der ersten Dezemberwoche haben die Teams hier 2.000 Kranke mit Verdacht auf Cholera versorgt. Auch die Stadt Beitbridge an der Grenzen zu Südafrika ist stark von der Epidemie betroffen. Hier haben sich Mitarbeiter der Organisation bislang um mehr als 3.000 Patienten mit Verdacht auf Cholera gekümmert. Das dortige Team konnte die Sterblichkeitsrate von 15 Prozent in den ersten Tagen des Ausbruchs mittlerweile auf weniger als 1 Prozent senken.

    Auch in ländlicheren Gebieten helfen Mitarbeiter Patienten in kleineren Cholera-Zentren. In den Provinzen Manicaland und Mashvingo im Osten des Landes haben sie in mehreren Distrikten bislang mehr als 770 Patienten behandelt. Im Distrikt Mudzi, an der Grenze zu Mosambik, therapierte ÄRZTE OHNE GRENZEN bislang 1.600 Cholera-Kranke.

    In Simbabwe gab es bereits in der Vergangenheit größere Cholera-Ausbrüche. Die Krankheit ist in einigen ländlichen Gebieten endemisch. Bis vor einigen Jahren ist sie aber in den städtischen Gegenden nur selten aufgetreten. Das derzeitige Ausmaß und die Zahl der aktuellen Krankheitsfälle sind nach Aussage eines Epidemiologen von ÄRZTE OHNE GRENZEN beispiellos. Die Hauptgründe für den Ausbruch sind der fehlende Zugang zu sauberem Wasser, das zerstörte oder blockierte Abwassersystem und nicht entsorgter Müll in den Straßen. "Dass der Ausbruch so groß werden konnte, ist ein Indiz dafür, dass das simbabwische Gesundheitssystem der Situation nicht gewachsen ist." In einigen Gebieten, insbesondere in Harare, streikt darüber hinaus das Personal der staatlichen Gesundheitseinrichtungen.

    Der Ausbruch ist besonders besorgniserregend, weil er bereits vor der Regenzeit begonnen hat. Die Regenzeit dauert normalerweise von November bis März. Bei Einsetzen des starken Regens können einfache, ungeschützte Wasserquellen verunreinigt werden, so dass sich die Cholera noch weiter ausbreiten könnte. Bislang stehen die starken Regenfälle in einigen Regionen des Landes aber noch aus. "Ein Cholera-Ausbruch diesen Ausmaßes dauert normalerweise mehrere Monate", so der Epidemiologe. "Wir rechnen damit, dass wir uns noch einige Zeit um Cholera-Patienten werden kümmern müssen."

    ÄRZTE OHNE GRENZEN arbeitet seit 2000 in Simbabwe. Neben der Reaktion auf akute Krankheitsausbrüche kümmern sich die Mitarbeiter vor allem um HIV/Aids-Patienten.

    Interviews mit Programmverantwortlichen und Mitarbeitern vor Ort sind möglich.

Pressekontakt:
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