Ärzte ohne Grenzen

AKTIVITÄTEN-UPDATE Myanmar (Birma)- Nothilfeeinsatz für Überlebende des Zyklons geht dem Ende zu - Programme für HIV/Aids, Tuberkulose und Malaria gehen weiter

    Berlin (ots) - Sechs Monate, nachdem der Zyklon Nargis Teile Myanmars verwüstete, geht der akute Nothilfeeinsatz von ÄRZTE OHNE GRENZEN für die Menschen in dieser Region dem Ende zu. Ein Großteil der Mitarbeiter wird aber auch weiterhin im Land medizinische Hilfe leisten. Die Teams werden sich wie bereits vor dem Zyklon um gewaltige gesundheitliche Probleme wie HIV/Aids, Malaria und Tuberkulose kümmern. Diese Probleme werden sowohl von der Regierung als auch von der internationalen Gemeinschaft vernachlässigt. Die Situation derjenigen, die den Zyklon überlebt haben, hat sich auch dank der noch nie da gewesenen Präsenz zahlreicher internationaler Nichtregierungsorganisationen stabilisiert. Im Irrawaddy-Delta kann ÄRZTE OHNE GRENZEN viele Aktivitäten an andere übergeben und sich auf Hilfe für diejenigen konzentrieren, die bisher wenig bekommen haben. Besonders in schwer zu erreichenden Gegenden fehlt es weiterhin an Nahrung, Wasser und Unterkünften.

    Die Pressestelle vermittelt gerne Interviewpartner zu den Aktivitäten von ÄRZTE OHNE GRENZEN.

    Die Zyklon-Nothilfe: ÄRZTE OHNE GRENZEN hat innerhalb von 48 Stunden nach Nargis mit der Hilfe für die Überlebenden begonnen. Insgesamt erreichten die Teams mehr als 550.000 Menschen. Rund 750 Mitarbeiter arbeiteten im Nothilfeeinsatz, ein Großteil von ihnen waren nationale Kräfte. Für den Einsatz wurden knapp acht Millionen Euro ausgegeben. Die Teams führten mehr als 87.400 medizinische Konsultationen durch, untersuchten fast 36.300 Menschen auf Mangelernährung und betreuten knapp 21.600 Menschen psychologisch. Sie verteilten Nahrungsmittel (gut 3,2 Millionen Tonnen Reis, 745.000 Kilogramm Bohnen, mehr als 241.000 Liter Öl, 41.500 Kilogramm Salz und mehr als 500.000 Fischkonserven), mehr als 145.000 Plastikplanen zum Bau provisorischer Unterkünfte sowie andere Hilfsgüter wie Moskitonetze (193.600), Decken (78.800) und Hygiene-Sets (49.100). Außerdem reparierten sie 670 Brunnen und knapp 570 andere Wasserquellen.

    Die sonstigen Aktivitäten - HIV/Aids-, Malaria- und Tuberkulosebehandlung: ÄRZTE OHNE GRENZEN hat in Myanmar große Programme für HIV/Aids-, Malaria- und Tuberkulose-Patienten. Die Staatsausgaben für Gesundheit lagen in Myanmar 2007 bei 0,7 US-Dollar pro Person. Das entspricht 0,3 Prozent des Bruttoinlandsproduktes. Auch die internationale humanitäre Hilfe ist mit 3 US-Dollar pro Person die niedrigste weltweit. In Myanmar leben rund 240.000 HIV-Positive. Im Jahr 2007 starben 24.000 Birmesen an Aids. ÄRZTE OHNE GRENZEN behandelt landesweit 11.000 Menschen mit lebensverlängernden antiretroviralen Medikamenten (ARV). Das sind 80 Prozent aller Patienten in Myanmar, die ARV erhalten, aber nur ein Bruchteil derjenigen, die diese Therapie bräuchten. Myanmar hat von elf Staaten in der Region die niedrigste Lebenserwartung und die höchste Säuglings- und Kindersterblichkeit. Haupttodesursache im Land ist Malaria. Und jedes Jahr werden Zehntausende neue Tuberkulosefälle entdeckt, medikamentenresistente Fälle nehmen zu. In Myanmar Hilfe zu leisten, ist nicht einfach: Das Umfeld ist hoch politisiert, die Verwaltung aufwändig und der Zugang zur Bevölkerung nicht immer gegeben. Hilfe ist aber möglich. ÄRZTE OHNE GRENZEN arbeitet seit 1992 im Land. Die Behörden des Landes müssen selbst noch mehr tun und gleichzeitig andere Akteure bei deren Hilfsleistungen unterstützen.

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