Ärzte ohne Grenzen

Medikamenten-Spende des Pharmaunternehmens Pfizer nicht ausreichend
Langzeit-Strategie zur Behandlung von Aids in ärmeren Ländern nötig

New York/Bonn (ots) - Die internationale medizinische Nothilfeorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN begrüßte die Ankündigung des Pharmaunternehmens Pfizer, Aids-Patienten in Südafrika das Pilzmedikament Diflucan (Fluconazol) zu spenden. Gleichzeitig betonte die Organisation, dass eine Spende keine nachhaltige Lösung darstellt, um das Leben von an Aids erkrankten Menschen weltweit zu retten. "Wir freuen uns, dass diese Spende - wenn sie richtig eingesetzt wird - in Südafrika Leben retten wird." Trotzdem wissen wir aus unserer Erfahrung in mehr als 80 Ländern, dass Medikamenten-Spenden keine globale und nachhaltige Lösung zur Bekämpfung der Aids-Pandemie darstellen," sagte der Arzt Bernard Pécoul, der die Kampagne "Besserer Zugang zu unentbehrlichen Medikamenten" der Organisation leitet. "Dem größten Teil der 32 Millionen Menschen, die in den ärmeren Ländern an HIV/Aids erkrankt sind, wird Pfizers Aktion nicht helfen", so Pécoul. ÄRZTE OHNE GRENZEN ruft Pharmaunternehmen dazu auf, andere Mechanismen als Wohltätigkeitsaktionen einzusetzen, um Menschen in ärmeren Ländern unentbehrliche Medikamente zugänglich zu machen. Eine effektive Maßnahme wäre, die Kosten durch Staffelung der Preise auf ein erschwingliches Niveau zu senken oder Lizenzen zu erlassen, die den Import von kostengünstigeren Generika zulassen würde. "Wir freuen uns sehr darüber, dass wenigstens ein Schritt getan wurde, um Aids-Medikamente zur Verfügung zu stellen - aber stellt dies eine nachhaltige Lösung dar?" fragte Dr. Christopher Ouma, der für ÄRZTE OHNE GRENZEN im Mbagathi Krankenhaus in Nairobi/Kenia arbeitet. "Wir freuen uns für die Südafrikaner, aber den kenianischen Patienten, die an Kryptokokken-Meningitis sterben, hilft das nicht viel." In Kenia, wo Pfizer nach wie vor die Patentrechte für Fluconazol hält, unterliegt das Medikament einem geschützten Preis. Die meisten Patienten, bei denen eine Kryptokokken-Meningitis festgestellt wird, sterben ohne Behandlung, da die Medikamente unerschwinglich für sie sind. ÄRZTE OHNE GRENZEN startete im November 1999 eine internationale Kampagne, um den Zugang zu unentbehrlichen Medikamenten in ärmeren Ländern zu verbessern. ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN e.V. Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Pressestelle Petra Meyer Kattrin Lempp Tel.: 0228 / 55 950-0 Homepage: www.accessmed-msf.org Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

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