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G8-Gipfel: ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert verstärkte Nahrungsmittelhilfe und Ernährungsprogramme für Kleinkinder

    Berlin/Tokio (ots) - Wenige Tage vor dem diesjährigen G8-Gipfel in Japan fordert ÄRZTE OHNE GRENZEN von den Gipfelteilnehmern mehr Geld für Ernährungshilfen speziell für Kleinkinder. Weltweit sterben jedes Jahr drei bis fünf Millionen Kinder an Mangelernährung. "95 Prozent der Kinder mit der schwersten Form von Mangelernährung erhalten derzeit keine angemessene Behandlung", sagte Susan Shepherd, Ernährungsexpertin der Medikamentenkampagne von ÄRZTE OHNE GRENZEN. "Die G8-Staaten können diesen Kindern mit Sofortmaßnahmen eine lebensrettende Behandlung ermöglichen."

    Die Vereinten Nationen schätzen, dass jährlich rund acht Milliarden US-Dollar gebraucht werden, um den Kindern und Frauen in 100 Millionen gefährdeten Familien mit neuen, wirksameren Strategien zu helfen. Davon werden 1,5 Milliarden US-Dollar zur Behandlung jener Kinder benötigt, die an der schwersten Form von Mangelernährung leiden. Die G8 müssen sicherstellen, dass die von Mangelernährung betroffenen Länder ihre Hilfsprogramme ausbauen können und dass die Bevölkerung therapeutische Fertignahrung kostenlos erhält.

    Mangelernährung ist ein chronisches Problem, das durch die steigenden Nahrungsmittelpreise noch verschärft wird. Sind die Preise hoch, müssen arme Familien verhältnismäßig teure tierische Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Eier und Fleisch von ihrem Speiseplan streichen. Kleine Kinder brauchen aber gerade diese Nahrungsmittel für ein gesundes Wachstum und zur Stärkung ihres Immunsystems.

    Die derzeitigen Nahrungsmittelhilfen für Kinder bestehen jedoch meist aus Getreide- und Sojabrei ohne jegliche tierische Nährstoffe. Sie können das Problem der Mangelernährung nicht beheben. Bis Ende der 80er Jahre enthielt Nahrungsmittelhilfe für Kleinkinder mit Milchpulver angereichertes Mehl. Als die Milchüberschüsse zurückgingen, wurde das Milchpulver aber aus finanziellen Gründen gestrichen.

    "Wir alle wissen, welche Nahrung Kinder für ein gesundes Wachstum brauchen. Warum enthalten die Hilfen dann Nahrung, die wir unseren eigenen Kindern nie geben würden?", so Shepherd.

    ÄRZTE OHNE GRENZEN hat 2006 und 2007 mehr als 150.000 Kinder in 22 Ländern mit ergänzenden und therapeutischen Nahrungsmitteln versorgt und behandelt. Derzeit nimmt die Zahl der Mangelernährten an etlichen Projektorten der Organisation zu, unter anderem in Niger und Äthiopien. In der Region Oromiya im Süden Äthiopiens haben die Teams seit Mitte Mai mehr als 6.500 schwer mangelernährte Kinder aufgenommen.

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