Ärzte ohne Grenzen

Myanmar/Birma: ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert sofortige und ungehinderte Aufstockung der internationalen Hilfe

Rangun / Berlin (ots) - 16. Mai 2008. 14 Tage nach dem Zyklon "Nargis" in Myanmar/Birma ist der Bedarf an Hilfe im Irrawaddy-Delta nach wie vor enorm. Die Teams von ÄRZTE OHNE GRENZEN versorgen zehntausende Menschen medizinisch und unterstützen sie direkt mit Hilfsgütern. Trotzdem ruft ÄRZTE OHNE GRENZEN dringend zu einer sofortigen Aufstockung der internationalen Hilfsmaßnahmen auf, die bis jetzt viel zu langsam angelaufen und völlig unzureichend sind. Hunderttausende Menschen haben ihr Zuhause verloren, und viele haben in improvisierten Lagern Zuflucht gesucht. Sie brauchen dringend Trinkwasser, Nahrungsmittel und andere Güter des täglichen Bedarfs. In manchen Gebieten harren die Überlebenden des Zyklons in den Trümmern ihrer Häuser aus, umgeben von Flutwasser und Leichen. ÄRZTE OHNE GRENZEN hat bereits vor dem Zyklon medizinische Projekte in Myanmar/Birma betrieben und konnte daher sofort auf die Katastrophe im Delta reagieren und der Bevölkerung direkt helfen. Die Teams arbeiten derzeit an mehr als 20 Orten und dringen auch in entlegene Gebiete vor. Sie behandeln mehrere hundert Patienten pro Tag. Neben Verletzungen sind Atemwegsinfektionen, Fieber und Durchfall die Hauptgesundheitsprobleme. Bis jetzt wurden 140 Tonnen Hilfsgüter ins Land geflogen sowie 275 Tonnen Nahrungsmittel verteilt. "Obwohl ÄRZTE OHNE GRENZEN ein gewisses Maß an Hilfe leisten kann, sind die Maßnahmen insgesamt völlig unangemessen. Tausende vom Zyklon Betroffene befinden sich in kritischem Zustand und brauchen sofortige Hilfe", sagte Bruno Jochum, Programmleiter von ÄRZTE OHNE GRENZEN in Genf. "Einschränkungen der birmesischen Regierung behindern die Anstrengungen der internationalen Helfer im Delta." Zwar haben zum Beispiel einige Wasser- und Sanitärspezialisten von ÄRZTE OHNE GRENZEN Einreisevisa für Myanmar/Birma erhalten, bekommen aber keine Erlaubnis, in das Katastrophengebiet zu reisen, wo sie dringend gebraucht werden. "Ein Nothilfeeinsatz dieser Größenordnung erfordert Koordinatoren und Techniker, die über Erfahrung in ähnlichen Einsätzen verfügen", so Bruno Jochum. Derzeit sitzen etwa 30 internationale Mitarbeiter in Rangun fest. ÄRZTE OHNE GRENZEN ruft die Regierung von Myanmar/Birma auf, eine sofortige Aufstockung der internationalen Hilfe zuzulassen und den freien und ungehinderten Zugang der internationalen und humanitären Helfer zu den betroffenen Gebieten zu gewährleisten. ÄRZTE OHNE GRENZEN ist seit 1992 in Myanmar/Birma im Einsatz. Derzeit arbeiten 250 Mitarbeiter im Irrawaddy-Delta. Die Organisation hat bislang vier Frachtflugzeuge mit Hilfsgütern wie Wasser- und Sanitärausrüstung, medizinischem Material und therapeutischen Nahrungsmitteln ins Land geflogen. Von ihrem Lager in Rangun werden sie an die Logistiklager in Pathein und Bogaley im Deltagebiet weitergeleitet. ÄRZTE OHNE GRENZEN hat Boote gechartert, die für den weiteren Transport zu den Betroffenen eingesetzt werden. Pressekontakt: Pressestelle, Stephan Große Rüschkamp, Tel.: 030-22 33 77 00, 0163-880 84 16, http://www.aerzte-ohne-grenzen.de Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

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