Ärzte ohne Grenzen

Hilfe nach Zyklon in Bangladesch, 29. November 2007 / Unterstützung in entlegenen Gebieten im Süden des Landes

    Berlin (ots) - Um der vom Zyklon betroffenen Bevölkerung in Bangladesch zu helfen, unterstützt ÄRZTE OHNE GRENZEN ein Krankenhaus im südlichen Distrikt Pirojpur und startet mobile Kliniken. Zudem verteilen die Mitarbeiter lebensnotwendige Hilfsgüter und kümmern sich um eine bessere Wasserversorgung  für die Menschen vor Ort. Auf einigen Inseln ganz im Süden des Landes haben viele Menschen noch keine oder kaum Hilfe erhalten. Die Teams arbeiten bereits dort, oder machen sich mit Schnellbooten und Fischkuttern auf den Weg.

    Die Helfer von ÄRZTE OHNE GRENZEN haben sich in entlegenen Regionen im Süden Bangladeschs einen Überblick verschafft, darunter Bhola, Patuakhali, Jhalakati, Pirojpur und Bagherat. Das Krankenhaus in Madbhuri im Distrikt Pirojbur war von dem Zyklon Sidr am 15. November 2007 schwer beschädigt worden. Es ist ein Referenzkrankenhaus für rund 500.000 Menschen. ÄRZTE OHNE GRENZEN unterstützt die Klinik und stellt medizinische Materialien zur Verfügung. Zudem arbeiten die Helfer an einer besseren Versorgung mit Trinkwasser und an der Beseitigung von Müll.

    In der Gegend um Mathbaria, im Süden von Pirojbur, startet ÄRZTE OHNE GRENZEN vier mobile Kliniken. In der dortigen Region um Sapelzehat und Betemore leben rund 73.000 Menschen. "Die Bevölkerung hat bisher kaum Zugang zu medizinischer Versorgung, weil die Straßen beschädigt wurden", sagte der Mediziner Peter Reynaud in Mathbaria. Die ersten beiden mobilen Kliniken werden sich auf Dörfer an Flußarmen im Gangesdelta konzentrieren, die am stärksten von dem Wüten des Zyklons betroffen sind. Die Menschen leiden an Durchfall, Atemwegs- und Hautinfektionen sowie kleineren Verletzungen, die nach dem Wirbelsturm aufgetreten sind. Ein Arzt, vier Krankenschwestern und ein Pharmazeut sowie medizinische Materialien und Arzneimittel sind derzeit auf dem Weg nach Mathbaria.

    Die Trinkwasserversorgung ist ein großes Problem, da die Dorfbewohner schmutziges Wasser aus Teichen trinken müssen. Pumpen und Mittel zur Aufbereitung von Wasser werden in die Region gebracht, und Latrinen aufgebaut oder repariert.

    Auf einigen der schwer verwüsteten Inseln im Süden Bangladeschs verteilt ÄRZTE OHNE GRENZEN hygienische Hilfsmittel und Haushaltsgüter. Auf Char Bangla, einer Insel der Galachipas im Distrikt Patuakhali, haben 350 Familien bereits Kochutensilien, Seife, Decken und Wasserbehälter erhalten. "Viele Menschen dort haben alles verloren", erklärte Tony Marchant, Logistiker von ÄRZTE OHNE GRENZEN in Patuakhali. "Der Zugang zu diesen Inseln bleibt sehr schwierig und die Menschen haben noch nicht viel Hilfe erhalten." Mit Hilfe von Schnellbooten und Fischkuttern werden sich Mitarbeiter auf den Weg zu weiteren Inseln machen, rund 6.000 Kits mit Hilfsgütern sollen verteilt werden.

    An allen Orten, wo ÄRZTE OHNE GRENZEN tätig ist, überwachen die Mitarbeiter die medizinische Lage und bereiten sich auf größere Ausbrüche von Infektionen vor. Es sind zwölf internationale Mitarbeiter im Einsatz.

Pressekontakt:
Pressestelle, Christiane Löll, Tel.: 030-22 33 77 00
http://www.aerzte-ohne-grenzen.de

Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

Weitere Meldungen: Ärzte ohne Grenzen

Das könnte Sie auch interessieren: