Ärzte ohne Grenzen

Demokratische Republik Kongo: Wachsende Unsicherheit erschwert humanitäre Hilfe

Bonn (ots) - Gewalttätige Auseinandersetzungen zwischen den Volksstämmen der Hema und Lendu führen zu wachsender Unsicherheit im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Wie die medizinische Nothilfeorganisation ÄRZTE OHNE GRENZEN berichtet, können viele Menschen in dieser Region nicht mehr versorgt werden. Bei einem Medikamententransport wurde ein internationales Team der Organisation angegriffen. ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert verstärkte Aufmerksamkeit des UN-Sicherheitsrates. Während sich die internationale Aufmerksamkeit auf den Krieg zwischen der Regierung und den Truppen der Rebellen richtet, entwickelt sich im Schatten dieser Kampfhandlungen ein ernsthafter humanitärer Konflikt. ÄRZTE OHNE GRENZEN ist sehr besorgt über die sich massiv verschlechternde Lage im Ituri Distrikt im Nordosten der Demokratischen Republik Kongo. Der Konflikt hat bereits Tausenden das Leben gekostet und mehr als 150.000 Menschen zur Flucht gezwungen. Viele Dörfer wurden dem Erdboden gleichgemacht und die Felder verwüstet. Außerdem hat der Konflikt zum Zusammenbruch des Gesundheitssystems geführt. In den letzten sechs Monaten wurde die Region zudem von mehreren Epidemien heimgesucht, darunter Masern, Pest und Cholera. Ärzte ohne Grenzen hat festgestellt, dass 15 Prozent der vertriebenen Kinder unterernährt sind. Die Behörden der Region Ituri können die Sicherheit der Bevölkerung nicht mehr garantieren. Aufgrund der wachsenden Unsicherheit wird es für ÄRZTE OHNE GRENZEN immer schwieriger, die Menschen zu erreichen. Die wenigen Hilfsorganisationen, die im Osten des Kongo tätig sind, werden von Teilen der Bevölkerung nicht mehr als neutral angesehen. Am vergangenen Freitag wurde ein Team von ÄRZTE OHNE GRENZEN nahe Bunia angegriffen. Das internationale Team war unterwegs, um Gesundheitsposten in den Bergen mit Medikamenten zu versorgen. Das Team konnte unverletzt flüchten. Am 24. Januar wird der UN-Sicherheitsrat über die Situation in der Demokratischen Republik Kongo beraten. ÄRZTE OHNE GRENZEN fordert, dass bei diesem Treffen besonders die Situation im Ituri Distrikt berücksichtigt wird. ÄRZTE OHNE GRENZEN versorgt im Nordosten des Landes sowohl die Hema als auch die Lendu. Zur Zeit baut das Team ein Cholera - Zentrum in Bunia auf. Landesweit unterstützen 15 internationale und 200 nationale Mitarbeiter die Gesundheitseinrichtungen und bilden medizinisches Personal aus. ots Originaltext: ÄRZTE OHNE GRENZEN Im Internet recherchierbar: http://www.newsaktuell.de Weitere Informationen: ÄRZTE OHNE GRENZEN, Pressestelle, Kattrin Lempp, Petra Meyer, Tel.: 0228-55 95 00 Original-Content von: Ärzte ohne Grenzen, übermittelt durch news aktuell

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