Commerzbank Aktiengesellschaft

Bilanz-Pressekonferenz der Commerzbank: Fitnesskur durch CB 21-Programm
Zufrieden mit Jahresauftakt

    Frankfurt (ots) - "Das Zahlenwerk für das gesamte Jahr 2000 zeigt,
dass die Commerzbank in ihrer jetzigen Konstitution stark genug ist,
um im europäischen Finanzkonzert eine respektable Rolle zu spielen.
Damit das so bleibt, haben wir uns eine erneute Fitnesskur
verordnet", gibt Martin Kohlhaussen, der Sprecher des Vorstands der
Bank, die Richtung für die Zukunft vor. Auf der Bilanzpressekonferenz
am 28. März 2001 sagte er, die Commerzbank wolle mit dem Projekt "CB
21 - Die Commerzbank im 21. Jahrhundert" durch klare
Zielgruppen-Orientierung, durch Fokussierung auf Kernkompetenzen und
durch Kostensynergien das Vorsteuerergebnis binnen drei Jahren um
rund 1 Mrd Euro verbessern. Damit werde das Ziel einer nachhaltigen
Eigenkapitalrendite von 15% nach Steuern erreicht.
    
    Das Jahr 2000 bezeichnete Kohlhaussen als außergewöhnliches Jahr.
Auf der Habenseite steht ein Gewinn von 1,34 Mrd Euro, der um fast
die Hälfte höher war als das bislang beste Ergebnis von 1999 und der
neben der Dividende von 80 Cents - die Zahlung eines Sonderbonus von
20 Cents an die Aktionäre ermöglicht. Auf der anderen Seite sei wegen
der Unberechenbarkeit der Finanzmärkte nicht alles so gelaufen, wie
sich die Bank das vorgestellt habe.
    
    Starke Wachstumsdynamik
    
    Im vergangenen Jahr ist die Commerzbank weiter stark gewachsen.
Die Bilanzsumme im Konzern erhöhte sich um 24% oder 88 Mrd Euro auf
460 Mrd Euro. Einen großen Anteil hieran hatten die Forderungen und
Verbindlichkeiten im Interbankengeschäft, doch auch das
Kreditgeschäft wurde deutlich ausgeweitet. Mit Schwerpunkt bei den
kurz- und mittelfristigen Laufzeiten nahmen die Kundenforderungen um
21 Mrd Euro zu; der Mittelstand war daran wesentlich beteiligt.
    
    Kräftige Zuwächse im Provisions- und Handelsergebnis
    
    In der Erfolgsrechnung ragte, getragen vom lebhaften
Wertpapiergeschäft des ersten Halbjahrs, der starke Anstieg des
Provisionsüberschusses (+ 24%) und des Handelsergebnisses (+ 60%)
heraus. Mit 2,72 Mrd ¤ war der Provisionsüberschuss fast so hoch wie
der Zinsüberschuss nach Risikovorsorge in Höhe von 2,83 Mrd Euro (+
12%). Dies verdeutlicht die inzwischen überragende Rolle des
provisionstragenden Geschäfts. Für die Risikovorsorge im
Kreditgeschäft hat die Commerzbank insgesamt 685 Mio Euro
aufgewendet, fast so viel wie im Jahr zuvor.
    
    Im Anstieg der Verwaltungsaufwendungen um 22% spiegeln sich vor
allem der weitere Ausbau im Investment Banking und in der
Informationstechnologie wider. Außerdem setzte sich der
Beschäftigungszuwachs fort: Ende 2000 beschäftigte der
Commerzbank-Konzern bereits mehr als 39.000 Mitarbeiter weltweit. Vom
letztjährigen Zuwachs von 4.174 Beschäftigten entfallen gut 2.500 auf
die Erstkonsolidierung der polnischen BRE Bank, an der die
Commerzbank mit 50% beteiligt ist.
    
    Auffallend in der Erfolgsrechnung ist die Sammelposition
"Sonstiges betriebliches Ergebnis" in Höhe von 1,13 Mrd ¤. Sie wird
geprägt von dem Einmalertrag (1,22 Mrd Euro) im Zusammenhang mit dem
Börsengang der Direktbanktochter comdirect bank im vergangenen Juni.
    Unter dem Strich erwirtschaftete die Commerzbank ein Ergebnis vor
Steuern von 2,23 Mrd Euro, das um 63% höher war als 1999. Wegen der
hohen im Inland erzielten Erträge hat sich die Steuerposition sogar
mehr als verdoppelt auf 823 Mio Euro. Aus dem verbleibenden
Jahresüberschuss errechnet sich eine Eigenkapitalrendite nach Steuern
von 12,4%, die Aufwandsquote verbesserte sich von 68,5% (1999) auf
65,2%.
    
    Mehr Transparenz in der Segmentberichterstattung
    
    Die Segmentberichterstattung hat die Commerzbank entsprechend
ihrer neuen Organisation mit nur noch zwei operativen Bereichen -
Private Kunden und Asset Management sowie Firmenkunden und Investment
Banking - in Umfang und Transparenz deutlich erweitert.
    
    Sie zeigt (im Geschäftsbericht Seiten 92 bis 96), dass das
Geschäftsfeld Private Kunden im Jahr 2000 einschließlich des größten
Teils des Ertrags aus dem comdirect-Börsengang unter allen
Geschäftsfeldern die mit Abstand höchste Eigenkapitalrendite von
48,2% erzielt hat. Ohne diesen Sondereffekt lag die Rendite immer
noch bei gut 16%. Sie soll in den nächsten Jahren durch gezielte
Strukturverbesserungen im Rahmen des CB 21-Projekts weiter erhöht
werden. Hierzu werden die Verringerung des inländischen Filialnetzes
auf 781 Standorte, eine Straffung des Produktangebots und vor allem
die enge strategische Zusammenarbeit mit der italienischen
Generali-Versicherung im Bereich Allfinanz wesentlich beitragen. In
der Summe aller Maßnahmen rechnet die Bank im Privatkundengeschäft
bis 2005 mit einem Zusatzertrag von 470 Mio Euro.
    
    Auch das Geschäftsfeld Asset Management weist, trotz einmaliger
Sonderbelastungen, eine überdurchschnittliche Eigenkapitalrendite von
34,9% aus. Sie wird durch die Bündelung von Portfolio Management und
Research sowie den Aufbau einer paneuropäischen Vertriebsstruktur
ebenfalls weiter erhöht werden. Der Ergebnisbeitrag aus diesen und
anderen Strukturverbesserungen wird in den nächsten fünf Jahren mehr
als 300 Mio Euro betragen.
    
    Im Segment Firmenkunden und Institutionen erzielte die Commerzbank
im letzten Jahr mit 519 Mio Euro zwar das beste operative Ergebnis.
Da hier aber auch ein hohes Kapital gebunden ist, entspricht die
Rendite mit 8,6% noch nicht den eigenen Vorstellungen. Allein durch
die angestrebte enge Verzahnung von traditionellem Filialgeschäft und
Investment Banking soll das Ergebnis vor Steuern bis 2005 ebenfalls
um gut 300 Mio Euro gesteigert werden. Innerhalb des Geschäftsfelds
Securities steht in diesem Jahr die Verstärkung des Anleihe- sowie
des M&A-Geschäfts im Vordergrund. Das Steuerungsergebnis
einschließlich mitverantworteter Erträge erreichte 96 Mio Euro.
"Angesichts der Börsenbaisse im zweiten Halbjahr und der für eine
Aufbauphase typischen hohen Personal- und Sachaufwendungen nicht
zuletzt in modernste IT-Strukturen müssen wir mit diesem Ergebnis
zufrieden sein. Es ist aber auch klar, dass die Eigenkapitalrendite
von 7,1% nach Steuern auf Sicht der nächsten Jahre nachhaltig
verbessert werden muss", machte Kohlhaussen klar.
    
    Nach Umsetzung aller Einzelmaßnahmen, zu denen auch die Straffung
der außereuropäischen Aktivitäten gehört, werde die Commerzbank ihre
Ertragskraft substanziell erhöht haben. Schon im Jahr 2002 werde das
Ergebnis vor Steuern um 500 Mio Euro höher ausfallen. Für das Jahr
2005 sei ein zusätzliches Ergebnis von fast 1,6 Mrd Euro vorgesehen.
    
    Zurückhaltende Prognosen bei klar positiver Grundstimmung
    
    Das Bankenjahr 2001 hat für die Commerzbank in allen
Geschäftsfeldern lebhaft begonnen. Die Konzernbilanzsumme stieg
weiter um 5% auf fast 483 Mrd Euro.
    
    "Die Zahlen aus der Erfolgsrechnung für die Monate Januar und
Februar signalisieren, dass zurückhaltende Prognosen angebracht sind,
bei allerdings klar positiver Grundstimmung", sagte Kohlhaussen.
Insbesondere mit der Steigerung des Zinsüberschusses um 17% vor und
19% nach Risikovorsorge zeigte er sich zufrieden. Auch der Rückgang
des Provisionsüberschusses von weniger als 10% sei hinnehmbar
angesichts der Marktverhältnisse. Das Handelsergebnis habe den
Vorjahreswert nur knapp verfehlt.
    
    Für die Zukunft bleibt Kohlhaussen gedämpft optimistisch: "Vor dem
Hintergrund der unbefriedigenden Entwicklung des vierten Quartals
2000 macht uns der gute operative Start im laufenden Jahr
zuversichtlich, die budgetierten Ertragsziele zu erreichen".
    
    
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