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Kölner Stadt-Anzeiger: Peter Singer empört über Ausladung von Kölner Philosophie-Festival phil.Cologne - "Es ist die Rolle von Philosophen, Fragen zu diskutieren, die andere stören können"

Köln (ots) - Köln. Der australische Philosoph Peter Singer hat auf die Ausladung von dem Kölner Philosophie-Festival phil.Cologne verärgert reagiert. "Wie können sie sich als Philosophie-Festival bezeichnen, wenn sie zu ängstlich sind, Fragen zu diskutieren, die einige Menschen stören?", sagte Singer dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Freitag-Ausgabe). "War das nicht immer die Rolle von Philosophen seit den Zeiten von Sokrates?", fragte er. Er verwies darauf, dass er innerhalb einer Woche eine Reihe von Ehrungen erhalten habe, unter anderem in Berlin. Zudem wurde ihm die Ehrendoktorwürde an der Universität in Athen und der Universität von Bukarest verliehen. Auch die "New York Times" hatte erst vor zwei Tagen ein Interview mit ihm veröffentlicht. "Sie sind weniger ängstlich, kontroverse Themen zu diskutieren, als das internationale Philosophie-Festival in Köln", sagte Singer.

Der australische Denker gilt als einer der Vorreiter in Fragen der Tierethik. Allerdings sind seine Thesen zum Lebensrecht von Embryonen oder schwerstbehinderten Kleinkindern äußerst umstritten. In Köln sollte es auch zu Protestveranstaltungen kommen. Singer sollte zum Thema "Retten Veganer die Welt?" sprechen. Die Programmleitung der phil.Cologne hatte Singer nach einem Interview ausgeladen, weil er dort umstrittene Vergleiche zwischen dem moralischen Status von Embryonen und denen von Neugeborenen gezogen hatte. Die Fragestellerin hatte seine Aussagen zusammengefasst in dem Satz: "Ein Frühgeborenes im Alter von 23 Wochen hat keinen anderen moralischen Status als ein Kind mit 25 Wochen in der Gebärmutter."

Wolfram Eilenberger von der Programmleitung der phil.Cologne verteidigte im Gespräch mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" die Ausladung. Das Interview Singers habe dazu geführt, "dass wir die Veranstaltung weder organisatorisch noch thematisch im angedachten Rahmen hätten durchführen können". Im Nachhinein habe sich der Ansatz, den in Princeton lehrenden Bioethiker nach Köln einzuladen, "wohl als Fehler erwiesen". "Der deutsche kulturelle Raum ist ein anderer als der, in dem Singer sich bewegt."

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