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Kölner Stadt-Anzeiger: Kölner Erzbischof kündigt Änderungen der Gemeindestrukturen an Kardinal Rainer Woelki: Zäsur nach der Ära Meisner - Pastoralpläne müssen angepasst werden - Qualifikationsmaßnahmen für Laien vorgesehen

Köln (ots) - Köln. Der Kölner Erzbischof, Kardinal Rainer Woelki, stellt die Katholiken seines Erzbistums auf grundlegende Veränderungen ein. "Ich sehe eine besondere Herausforderung darin, den Pastoralplan an die Gegebenheiten anzupassen", sagte Woelki dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag-Ausgabe). Nach dem Ende der Ära von Kardinal Joachim Meisner 2014 stehe das Erzbistum vor einer Zäsur. In Meisners letzten Amtsjahren wurde an Strukturproblemen nicht mehr gerührt. Umso dringlicher sei es nun, "eine geringere Zahl von Priestern und Laienseelsorgern so verteilen, dass wir als Kirche möglichst auch in der Fläche präsent bleiben". In diesem Zusammenhang plädierte Woelki dafür, die Laien verstärkt zu qualifizieren und in die Verantwortung nehmen. "Wir müssen auch Menschen in den Gemeinden so ausbilden, dass der Glaube weitergetragen wird und lebendig bleibt."

Am Wochenende wandte sich Woelki in seinem ersten Fastenhirtenbrief an die Gemeinden. Auch darin spricht er von der Notwendigkeit einer "neuen Form des Kirche-Seins". Dafür setzt der Erzbischof auf stärkere Vernetzung und gegenseitige Unterstützung in "pastoralen Räumen". Als künftige Zentren kirchlichen Lebens sieht Woelki kleine, intensive Glaubensgemeinschaften. "Wenn wir eine Kirche mit Zukunft sein wollen, dann dürfen wir uns nicht in den Käfig der Vergangenheit verkriechen." Bis 2030 rechnet das Erzbistum mit einem Rückgang der Katholikenzahlen um mindestens zehn Prozent auf dann noch 1,8 Millionen. Der am Sonntag verabschiedete Generalvikar Stefan Heße hatte angesichts dieses Schwunds und eines zu erwartenden Rückgangs der Kirchensteuereinnahmen in der vorigen Woche den Verkauf von Immobilien angekündigt, Kirchen ausdrücklich eingeschlossen. Dies ist eine Abkehr vom bisherigen Kurs.

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