Kölner Stadt-Anzeiger

Kölner Stadt-Anzeiger: SPD-Fraktion skeptisch gegenüber "Waffen-Amnestie"

    Köln (ots) - Der Vorsitzende des Bundestags-Innenausschusses, Sebastian Edathy (SPD), glaubt nicht daran, dass die Amnestie von Besitzern illegaler Waffen einen nennenswerten Effekt hat. "Es spricht nichts gegen die Idee", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger" (Montag-Ausgabe). "Aber ich bezweifle, dass man damit viel Resonanz erzeugen wird. Ich gehe davon aus, dass die Besitzer illegaler Waffen diese Waffen gern behalten. Und ich halte es für blauäugig zu glauben, dass man eine nennenswerte Zahl von Leuten dazu wird bewegen können, eine unrechtmäßig besessene Waffe abzugeben." Das Waffenrecht sei zudem "nicht der Kern des Problems" bei Amokläufen Jugendlicher, so Edathy. Viel wichtiger sei, "dass im Familienkreis, im Verein oder in der Schule frühzeitig wahrgenommen wird, wenn Kinder oder Jugendliche sich isolieren und eine problematische Bahn einschlagen." Der Vorsitzende der Gewerkschaft der Polizei, Konrad Freiberg, hält den Vorschlag für Erfolg versprechend. "Das bringt was", sagte er dem "Kölner Stadt-Anzeiger". "Es gibt hunderttausende von Waffen, die vererbt sind oder bei denen die Besitzer dem Schießsport nicht mehr nachgehen. Jede Waffe weniger ist ein Erfolg." Daraus ergebe sich allerdings "keine Entwarnung für Fälle wie Winnenden". Der Gewerkschaftsvorsitzende schätzt die Zahl legaler Waffen auf sieben bis zehn Millionen und die Zahl der illegalen auf bis zu 20 Millionen. "Das ist eine gigantische Menge. Es wäre gut, wenn man hier mal aufräumt."

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