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RNZ: Provokante Geste

Heidelberg (ots) - Von Klaus Welzel

Die Franzosen sind am konsequentesten. Sie wollen das Kopftuch ganz aus der Öffentlichkeit verbannen. Deutschland wiederum verweigert es seinen Lehrerinnen. Und die angeblich so rückständige Türkei? Sie ließ bisher nicht einmal Studentinnen mit Kopftuch zu. Hierzulande wäre das ein glatter Verstoß gegen das Grundgesetz, das eine Benachteiligung aufgrund der Religionszugehörigkeit verbietet. Das gleiche Grundgesetz übrigens, aus dem das höchste deutsche Gericht sein Urteil ableitete, wonach das Aufhängen von Kruzifixen in Klassenzimmern verboten werden kann. Die Ehefrau des türkischen Präsidenten, Hayrünnisa Gül, nutzte nun den Besuch des deutschen Bundespräsidenten, ein Exempel zu statuieren. Sie trug beim Abschreiten der Ehrenformation ein Kopftuch, brüskierte den Wahrer einer laizistischen Türkei: das Militär. Gül zettelt einen innertürkischen Kulturkampf an. Das ist schlecht für das Land. Und noch schlechter für die Ambitionen der Türkei, Vollmitglied der EU zu werden. Diese Geste macht viele erfolgreiche Bemühungen der Regierungspartei AKP zunichte, der EU-Gemeinschaft ein modernes Land zu präsentieren. Die 40-jährige Wartezeit Ankaras hat sich am Dienstag erneut verlängert.

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