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RNZ: Vertrauen - Kommentar zu UN-Sicherheitsrat

Heidelberg (ots) - Von Christian Altmeier

Auch wenn es knapp war: die Tatsache, dass Deutschland es gleich im ersten Anlauf in den Weltsicherheitsrat geschafft hat, ist ein klarer Vertrauensbeweis der internationalen Gemeinschaft. Natürlich spielte dabei auch eine Rolle, dass Berlin nicht nur der drittgrößte, sondern auch ein verlässlicher Beitragszahler der Vereinten Nationen ist. Doch wird mit der Entscheidung vor allem die Rolle honoriert, die das wiedervereinigte Deutschland in der Welt eingenommen hat - als Makler in zahlreichen Konflikten, als Streiter für Frieden, Abrüstung und Klimaschutz, aber auch als bedeutende Wirtschaftsmacht. Vorbei sind die Zeiten der Scheckbuch-Diplomatie, als sich Deutschland mit Verweis auf seine Vergangenheit aus jedem militärischen Engagement herauskaufte. Wer sich - wie die Bundeswehr in Afghanistan, am Horn von Afrika oder im Kosovo - aktiv beteiligt, sollte auch ein Recht haben, mitzuentscheiden. Insofern ist der Sitz im Sicherheitsrat ein Erfolg. Das langfristige Ziel, ständig im wichtigsten UN-Gremium vertreten zu sein, rückt dadurch indes nicht näher. Denn eine grundsätzliche Reform der Vereinten Nationen ist ebenso weit entfernt, wie die Einigung der EU auf eine gemeinsamen Sitz im Sicherheitsrat. Das hat nicht zuletzt die Kampfkandidatur Deutschlands gegen den EU-Partner Portugal gezeigt.

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