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RNZ: Teure Pillen - Kommentar zu Arzneimittel/Nutzenbewertung

Heidelberg (ots) - Von Christian Altmeier

Gerade erst hat die schwarz-gelbe Koalition eine Gesundheitsreform auf den Weg gebracht, die die Versicherten mit höheren Kassenbeiträgen belastet - und sie für alle künftigen Zuschläge allein aufkommen lässt. Die Wähler können daher zu Recht erwarten, dass Gesundheitsminister Philipp Rösler sein Versprechen erfüllt, die Kostensteigerung im Gesundheitswesen in den Griff zu bekommen. Zu diesen Kosten tragen nicht zuletzt die hohen Preise neuer Medikamente bei, die die Pharmafirmen in Deutschland praktisch nach Belieben festlegen dürfen. Die Folge: Patentgeschützte Arzneien kosten hierzulande 80 Prozent mehr als in anderen Ländern Europas. Doch statt den Pharmafirmen diese Lizenz zum Gelddrucken durch eine staatliche Preisfestsetzung wie in England oder Frankreich zu entziehen, kommt die Regierung den Herstellern nun offenbar noch weiter entgegen. Denn ob die Kassen die teuren neuen Medikamente bezahlen müssen, hängt bislang von deren Nutzen ab. Wenn die Industrie den Nutzen ihrer Innovationen künftig nicht mehr beweisen muss, gibt es keine Handhabe mehr gegen deren Erstattung. Für die Versicherten wäre das eine bittere Pille. Denn ihre Zusatzbeiträge würden noch weiter steigen.

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