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RNZ: Überfällig

Heidelberg (ots) - Von Klaus Welzel

Tag drei nach der Katastrophe schafft ein etwas klareres Bild. Demnach hat ein Provinzfürst die Sicherheit von Hunderttausenden dem eigenen Größenwahn geopfert. Ratschläge von Experten wurde weggewischt, Kritiker pensioniert - Hauptsache, die Love-Parade kommt nach Duisburg. Dass die Stadt zu klein ist, um das Meer der Techno-Jünger aufzunehmen, wurde ignoriert. Was gibt es da noch zu überlegen? OB Sauerland muss gehen. Alle politischen Entscheidungsträger in Nordrhein-Westfalen wissen das. Er selbst weiß es wohl auch - braucht aber noch Zeit, um sich das eigene Versagen einzugestehen. Das Versagen und die Mitverantwortung für den Tod von 20 Menschen. Erfreulich immerhin, dass angefangen bei der Landesregierung über den Verband der Konzertveranstalter bis hin zur Polizeigewerkschaft Einigkeit besteht: Es muss eine möglichst bundesweit einheitliche Regelung für Massen-Veranstaltungen geschaffen werden. Und eine weitere Frage stellt sich in diesem Zusammenhang? Wer bezahlt eigentlich für den Sicherheitsaufwand, der für Veranstaltungen wie die Love-Parade betrieben werden muss? Bisher der Staat, also wir. Warum nicht die, die an den Events verdienen? Ein Thema, das auch für die Bundesliga interessant sein dürfte.

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