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RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung, zu: Koch

Heidelberg (ots) - Koch hat den optimalen Zeitpunkt für diesen "brutalstmöglichen" Ausstieg gewählt. Er hinterlässt in Wiesbaden, nach dem Ypsilanti-Desaster der SPD, eine schwarz-gelbe Koalition in stabilen Verhältnissen. Ob er dort noch einmal hätte verlängern können, ist ungewiss - wie das Leben selbst. Dass er aber von Merkel so offensichtlich keine Chance auf eine Spitzenposition im Bundeskabinett bekam, dürfte für ihn den Ausschlag gegeben haben. Das schmälert seine Entscheidung natürlich nicht. Doch Kochs politische Vermittelbarkeit hat Grenzen. Das war schon immer sein Problem, über das er sich mit extremer Zuspitzung und manchmal grenzwertigen Mitteln hinweggesetzt hat. Berlin war für ihn nicht erreichbar, also erklärt er die hoch hängenden Trauben für zu sauer. Er verstärkt mit seinem Abgang allerdings den "Merz-Effekt", also das Vorurteil, Konservative und Selbstdenker hätten unter Merkel in der Union keine Heimat mehr. Das macht Merkel wieder ein Stück angreifbarer.

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