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RNZ: Kulturkämpferin?

Heidelberg (ots) - Von Klaus Welzel

Was sucht eine Politikerin in einer christlichen Partei, wenn sie christliche Symbole im Klassenzimmer ablehnt? Die Frage muss erlaubt sein. Und Aygül Özkan beantwortete sie am Montag kurzentschlossen vor der CDU-Fraktion des niedersächsischen Landtages mit den Worten: Da habe sie wohl voreilig und in nicht ausreichender Kenntnis des Landes Niedersachsens gesprochen. Eine schale Erklärung: Zum einen ist sie schlicht dem Willen zum Amt geschuldet. Die Rechtsanwältin wollte ihre für heute geplante Vereidigung als Sozialministerin nicht gefährden. Dieses Ziel hat sie erreicht. Zum anderen jedoch zeigt die Ausflucht: Özkan ist nicht ministrabel, wenn sie ein Bundesland so wenig kennt, dass sie nichts von seiner christlichen Prägung weiß. Da sie aber das Schema jung-hübsch-erfolgreich durch ihre ethnische Herkunft ergänzt, stellt sie für die CDU einen Wahlkampfjoker dar. Nun soll Frau Özkan in ihrem Amt nicht per se christliche Politik betreiben. Aber sie wird viel mit Kirchen zu tun haben, mit deren Trägerorganisationen, die dem Staat soziale Dienste abnehmen. Das dürfte schwer werden. Özkan sagte, sie sei in die CDU wegen der christlichen Nächstenliebe eingetreten - die könne sie auch als Muslimin vertreten. Noch so ein Denkfehler. Özkan ist ab heute eine überkonfessionelle Ministerin. Falls nicht, sollte sie das Amt erst gar nicht antreten.

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