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RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung, zu: Käßmann

Heidelberg (ots) - Margot Käßmann hat mit ihrem Rücktritt von allen herausgehobenen Kirchenämtern Maßstäbe zurechtgerückt, die durch ihre Trunkenheitsfahrt ins Schwimmen zu geraten drohten. Ein ehrenwerter, beispielhafter, aber eben auch unvermeidlicher Schritt, der sagen will: Es gibt in einem so herausgehobenen Amt keine hehre Moral für die Kanzel - und eine dehnbare Gebrauchsmoral für das private Tun. Die streitbare, moderne und sympathische Kirchenfrau hätte mit diesem offensichtlichen Widerspruch ihre Aufgabe nicht weiter glaubhaft erfüllen können. Sie hätte, wenn sie geblieben wäre, nicht zuletzt ihre markanten Positionen in gesellschaftlichen und auch politischen Streitfragen, Beispiel Afghanistan, nachträglich geschwächt. Ein herber Verlust für die Kirche. Aber die Bischöfin und vierfache Mutter war sich auch der Tatsache bewusst, dass gerade junge Menschen, um deren aktive Teilnahme die Kirchen ringen, nichts so sehr wünschen wie glaubwürdige Leitbilder. Frau Käßmann hätte das sein können. Ihre Demission kann jetzt nur noch ein abschließendes Beispiel dafür setzen, wie man mit einem solchen Fehltritt, so menschlich verständlich er auch sein mag, umgehen muss. Schade. Pressekontakt: Rhein-Neckar-Zeitung Manfred Fritz Telefon: +49 (06221) 519-0 Original-Content von: Rhein-Neckar-Zeitung, übermittelt durch news aktuell

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