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RNZ: Zeugnisse

    Heidelberg (ots) - Von Alexander R. Wenisch In wenigen Wochen gibt es Zeugnisse. Was passiert, wenn ein Schüler in drei Fächern eine 4 bekommt? Im Idealfall hängt er sich nächstes Schuljahr mehr rein, um seine Noten aufzubessern. Was aber macht ein Lehrer, der auf der Internet-Plattform Spickmich.de von seinen Schülern ein schlechtes Zeugnis ausgestellt bekommt? Er klagt sich durch die Instanzen - oder er nimmt die Note zum Anlass, um mit seiner Klasse ins Gespräch zu kommen und ändert gegebenenfalls seine Unterrichtsverhalten. Anders als von Lehrer-Verbänden behauptet, sind Pädagogen also keineswegs schutzlos den Spickmich-Bewertungen ausgesetzt. Sie können jeden Tag etwas dafür tun, ihre Noten zu verbessen. Dass die Karlsruher Richter die Klage gegen die Plattform abgewehrt haben, ist richtig. Denn mitnichten werden Lehrer hier pauschal als "Klassenfeind" abgeurteilt. Über 400 000 Pädagogen wurden bisher bewertet - im Durchschnitt mit der Note 2,7. Dabei ist es gerade nicht so, dass strenge Lehrer schlechte Noten bekommen. Es sind die Unfairen, die Launischen oder Unmotivierten, die entsprechend auch negativ bewertet werden. Denn Schüler wissen sehr wohl, was guten Unterricht ausmacht. Sie erleben jeden Tag und über Jahre hinweg den Vergleich.

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