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RNZ: Starker Mann

    Heidelberg (ots) - Von Christian Altmeier Horst Seehofer hat gesiegt. Erwartungsgemäß. Seit der beispiellosen Wahlschlappe der CSU lief alles auf den Agrarminister als neuen starken Mann der Partei zu. Denn das Modell der Doppelspitze ist durch Seehofers glücklose Vorgänger diskreditiert worden. Die gleichzeitige Führung von Partei und Regierung hingegen erinnert die CSU an erfolgreiche Zeiten unter Franz Josef Strauß und Edmund Stoiber. Einen ebenbürtigen Konkurrenten brauchte Seehofer dabei nicht zu fürchten, wie nicht zuletzt seine blassen Mitbewerber um das Amt des Ministerpräsidenten gezeigt haben. Das bislang größte Manko des langjährigen Bundespolitikers wurde nun zu seinem Vorteil: Seine Rolle als Außenseiter in der Partei. Denn für die CSU darf es kein "Weiter so" geben. Sie muss sich neu aufstellen, braucht neue Impulse, die nur von außen kommen können. Von Seehofer, der in der Landespolitik bisher noch nie eine Rolle spielte, an der Basis aber sehr beliebt ist, wird erwartet, dass er diesen Neuanfang bewerkstelligt. Hinzu kommt: Der Bundesminister bringt aus Berlin Koalitionserfahrung mit - die in Bayern rar gesät ist. Dennoch erwartet Seehofer seine wohl größte Bewährungsprobe. Denn er wird schnell Erfolge vorweisen müssen. Schon im nächsten Jahr stehen wieder Wahlen an.

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