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RNZ: Risiko Entführung

    Heidelberg (ots) - Von Christian Altmeier Die Nachrichten aus Kabul geben Anlass zur Hoffnung: Nicht nur weil die deutsch-afghanische Geisel unbeschadet wieder auf freiem Fuß ist. Sondern vor allem, weil in diesem Fall kein Lösegeld bezahlt werden musste. Die Festnahme der Geiselnehmer ist ein wichtiges Signal an alle Nachahmungstäter. Denn die Entführung von Ausländern wird nicht nur in Afghanistan immer mehr zum einträglichen Erwerbszweig, der scheinbar mit wenigen Risiken verbunden ist. Gerade die Deutschen haben in der Vergangenheit oft brav bezahlt, um das Leben der Geiseln nicht zu gefährden. Natürlich ist der Staat für seine Bürger verantwortlich. Doch gilt dies auch für das Risiko weiterer Entführungen, das durch die Befreiungsaktion womöglich vermindert werden konnte. Dass der afghanische Geheimdienst die Befreiung weitgegehend im Alleingang bewerkstelligt hat, zeigt zudem, dass der Aufbau der dortigen Behörden langsam Erfolge zeigt. Auch die Bundeswehr könnte einmal auf deren Hilfe angewiesen sein. Denn nicht alle Entführer haben es auf Lösegeld abgesehen. Sollten die Taliban deutsche Soldaten kidnappen, um ihre Forderungen durchzusetzen, wäre eine gewaltsame Befreiung die einzige Möglichkeit. Erfahrene Partner vor Ort wären dann umso wichtiger.

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