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RNZ: Tibet und wir

    Heidelberg (ots) - Von Klaus Welzel Eines haben die Tibeter erreicht: Im Jahr der Olympischen Spiele werden die Chinesen im Westen als die Bösen und die Tibeter als die Guten wahrgenommen. Und im königlosen Deutschland wird der Dalai Lama von Vielen wie ein Kaiser der guten Glaubens  verehrt. Sein Charisma, das Schlichtheit und Menschlichkeit ausstrahlt, trägt natürlich zu diesem Image bei. Doch die, die jetzt im Namen der Menschenrechte Freiheit für Tibet fordern, machen sich wohl kaum klar, dass sowohl Tibet als auch China seit tausenden von Jahren weder Demokratie noch Menschenrechte in unserem Sinn kennen. Tibet wurde theokratisch-monarchisch  regiert - wofür der 14. Dalai Lama auch mit seiner Person steht. China hatte erst das Kaiserreich und seit Mitte des 20. Jahrhunderts die kommunistische Diktatur. Und während der Dalai Lama Gewaltlosigkeit predigt, schwindet sein Einfluss in der Heimat. Die Unruhen im März hatten keine weltanschaulichen Ursachen. Sie sollten vielmehr die ganz persönliche Situation der Mönche in den Klöstern verbessern. Das ist das gute Recht der Tibeter. Dennoch herrscht laut dem Dalai Lama doch Einigkeit, dass nur kulturelle Autonomie erreicht werden soll. Wenn dem so ist, dann sind die jetzt begonnen Gespräche der richtige Weg dorthin. Während der Streit zwischen Union und SPD und der innerhalb der SPD nichts bringt. Die Politiker missbrauchen damit die Gefühle der Menschen. Hier und in Tibet.

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