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RNZ: Rhein-Neckar-Zeitung, Heidelberg, zu: Hessen-SPD

    Heidelberg (ots) - Noch eiert die Bundes-SPD herum: Der Kooperationsbeschluss zugunsten der Linken sei nicht "wirklich" ein Kurswechsel. Aber was die hessische SPD-Spitzenkandidatin Ypsilanti dem Parteichef  Beck abgeschwatzt  und dieser kurz vor der Hamburg-Wahl  ausgeplaudert hatte, entfaltet ganz schön Wirkung - für ein so "uneigentliches" Ereignis. Für die SPD-Linke, die in Hessen unbedingt Regierungschefin werden will, heiligt nach eigenen Aussagen der Zweck die Mittel. Also auch den Wortbruch. Und der Zweck geht weit über Wiesbaden hinaus: Dem linken SPD-Flügel geht es um die endgültige Beendigung der  Ära Schröder und den praktischen Nachweis, dass es in Deutschland eine Mehrheit jenseits des bürgerlichen Lagers gibt. Was bisher aus guten inhaltlichen Gründen nicht kompatibel und  addierbar schien, soll zum ersten Mal machtpolitisch zusammengezählt werden. Aber Ypsilanti geht nicht nur für sich, sondern für die ganze SPD ein großes Risiko ein. Denn wenn sie scheitert, und dafür gibt es bis zur erfolgreichen Wahl noch viele Gelegenheiten, dann ist das so ähnlich wie bei einem Atomunfall: Die Kontamination lässt sich nicht auf die Hessen-SPD begrenzen. Sie erfasst auch die Bundes-SPD und den Vorsitzenden Kurt Beck.

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