WWF World Wide Fund For Nature

Bedrohte Tiere als Drogenkuriere
Neue WWF-Studie deckt mafiöse Machenschaften im illegalen Tier- und Pflanzenhandel auf

Boa constrictor: Gefährtet und heiß begehrt auch für den Drogenhandel. Boa constrictor, Belize. Die digitalisierten Bilder sind ausschlieþlich im Zusammenhang mit inhaltlichen Bezügen zum WWF zu verwenden. Die Verwendung ist kostenlos. In der Legende muss das Bildmaterial des WWF mit dem Kürzel ©... mehr

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    Frankfurt a. M. (ots) - Drogenkartelle und die Russenmafia haben
den illegalen Handel mit bedrohten Tier- und Pflanzenarten entdeckt:
Über bestehende Transportwege für Waffen- und Drogenschmuggel wird
verstärkt auch der sehr lukrative Tierhandel betrieben. Zu diesem
Ergebnis kommt eine neue Studie des WWF und des Artenschutz-Programms
TRAFFIC.
    
    "Gewinnspannen von bis zu 800 Prozent locken Kriminelle geradezu
an. Die guten finanziellen Aussichten führen dazu, dass die
Tierschmuggler das Risiko entdeckt zu werden und die Strafen, die
ihnen drohen, billigend in Kauf nehmen", beklagt Volker Homes,
Artenschutzexperte beim WWF. Neben seltenen Tieren ist auch der
Handel mit Tier- oder Pflanzenprodukten sehr profitabel. Dazu zählen
zum Beispiel Kaviar, Moschus oder das in der traditionellen
asiatischen Medizin illegal eingesetzte Rhinozeros-Horn. Der Bericht
zeigt außerdem, dass Tiere auch als Kuriere für Drogen genutzt
werden. So kontrollierten Ermittler der US-Zollbehörden einen
Transport aus Kolumbien und fanden in 225 Schlangen gewaltsam
eingeführte, Kokain-gefüllte Kondome. "Viele der Personen, die sich
weltweit wegen illegalen Tierhandels verantworten müssen, sind wegen
Drogen- oder Waffenhandel, Gewaltverbrechen oder Diebstahl bereits
vorbestraft", erklärt Homes.
    
    Doch nicht nur der organisierte Schmuggel bedrohter Tiere macht
den Experten Sorge. Pünktlich zum Beginn der Sommerferien richten
Artenschützer des WWF und das Hauptzollamt am Frankfurter Flughafen
deshalb auch ihren Appell an die Urlauber, keine Souvenirs aus
geschützten Tier- und Pflanzenarten zu kaufen. Fast 17.000 illegal
eingeführte Tiere und Pflanzen oder Produkte aus ihnen sind im
vergangenen Jahr beim Hauptzollamt Frankfurt am Flughafen
sichergestellt worden. Den Straftätern drohen Geldbußen - bei
schweren Fällen auch Haft. Und das exotische "Mitbringsel" wird auf
jeden Fall sichergestellt. Unkenntnis schützt dabei nicht vor Strafe.
"Seit Jahren kann man sich bei diversen Stellen wie zum Beispiel dem
Zollinfocenter Frankfurt darüber informieren, welche Souvenirs legal
sind und welche illegal", empört sich Iris Blazek vom Hauptzollamt.
    
    Zu den spektakulären Funden im vergangenen Jahr am Frankfurter
Flughafen zählen zehn Meerkatzenbabies aus Nigeria. Mit dem gleichen
Transport wurde versucht, 52 Papageien einzuschmuggeln. In kleinen
Bambuskäfigen eingepfercht, hat nur eines der Tiere die strapaziöse
Reise überlebt.
    
ots Originaltext: WWF Deutschland
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Weitere Informationen:

Volker Homes, Artenschutz/TRAFFIC beim WWF,
Tel. 0 69/7 91 44-1 83
Ulrike Bauer, Pressestelle WWF,
Tel. 0 69/7 91 44-1 53
Iris Blazek, Pressestelle Hauptzollamt Frankfurt/Main-Flughafen,
Tel. 0 69/6 90-7 33 96
Betacam- und Fotomaterial erhalten Sie von Jürgen Matijevic,
WWF, Tel. 0 69/7 91 44-1 52

Der Bericht "International wildlife trade and organised crime",
Hintergrund- und Fotomaterial sind unter www.wwf.de abrufbar, weitere
Informationen gibt es unter www.zoll-d.de

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