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Deutsch-russische Regierungskonsultationen in Weimar: "Bäriger" Empfang für Vladimir Putin
WWF lässt Bären los und drängt Russland zur zügigen Ratifizierung des Kyoto-Protokolls

    Weimar/Frankfurt a. M. (ots) - Die Umweltstiftung WWF fordert den
russischen Präsidenten Putin auf, das Kyoto-Protokoll umgehend zu
unterzeichnen. Bei seinem offiziellen Besuch in Weimar wurde Vladimir
Putin von WWF-Aktivisten in Eisbärkostümen begrüßt. Die Naturschützer
verlangten vom russischen Präsidenten mehr Engagement beim
Klimaschutz. Um ihrer Forderung Nachdruck zu verleihen, hatten sich
die Aktivisten vor einem Symbol für den Klimawandel postiert. Vor
einem vier Meter großen aufblasbaren Eisbären entrollten sie ein
Banner mit der deutsch-russischen Forderung "Jetzt Ja zu Kyoto, Herr
Putin!"
    
    Im Prinzip hat Russland dem internationalen Kompromiss zugestimmt,
doch mit der Umsetzung lassen sich die Russen nach Meinung des WWF
unnötig viel Zeit. Die Entscheidung über die Ratifizierung des
Kyoto-Vertrags wurde von der russischen Regierung bereits mehrfach
verschoben. "Uns läuft die Zeit davon. Das Zögern schadet dem Ansehen
unseres Landes", bemängelte Alexey Kokorin vom WWF Russland. Putin
müsse den Klimaschutz zur Chefsache machen. Es sei unbedingt nötig,
die Ratifizierung vor der Sommerpause des russischen Parlaments auf
den Weg zu bringen. Nur dann könne der auf Vorschlag von
Bundeskanzler Gerhard Schröder angepeilte internationale Zeitplan
eingehalten werden. Im Spätsommer soll die Ratifizierung unter Dach
und Fach gebracht werden, denn dann findet in Johannesburg der so
genannte Erdgipfel (WSSD) statt. Wenn die russische Regierung weiter
auf Zeit spiele, werde die internationale Klimaschutzdiskussion um
Jahre zurückgeworfen.
    
    Das Kyoto-Abkommen tritt nur in Kraft, wenn es von mindestens 55
Staaten ratifiziert wird. Dies dürfte kein Problem darstellen, da
bereits 50 Staaten den Vertrag ratifiziert haben. Dennoch kommt es
auf Russland an: Das Protokoll wird nur dann zu einem völkerrechtlich
verbindlichen Vertrag, wenn die Unterzeichner für mindestens 55
Prozent der 1990 in den Industrieländern ausgestoßenen
Kohlendioxidemissionen verantwortlich waren. Nach der Absage der USA
kommt diese Quote nur zustande, wenn Russland mitmacht. "Es wäre
unverzeihlich, wenn das Zustandekommen an Russland scheitert", mahnte
Alexey Kokorin. Der Klimavertrag sei eine Riesenchance für die
russische Wirtschaft. Die heimische Industrie könne in großem Maß von
der so genannten "Joint Implementation" profitieren. Dabei geht es
darum, dass Industrieländer in Russland in Projekte zur
Emissionsreduktion investieren könnten. Russland würde seine Energie
sauberer erzeugen, während die ausländischen Unternehmer die
eingesparten Emissionen auf ihre eigenen Klimaschutzziele anrechnen
könnten.
    
    Fotos von der WWF-Aktion: Im Internet unter
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Deutschland, Tel.: 069 /791 44-152
    
    
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Tel.: 069/791 44-177,
mobil: 0171/1454272

lexey Kokorin,
Klimareferent beim WWF Russland,
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Pressestelle WWF Deutschland,
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