WWF World Wide Fund For Nature

Donau ohne Stör und Schwarzpappel
WWF warnt vor neuen Plänen zum Ausbau des Schiffsverkehrs auf der Donau

    Frankfurt a. M. (ots) - Neue Pläne zum Ausbau der Donau für die
Schifffahrt sind ökologisch gefährlich, wirtschaftlich unsolide und
müssen sofort gestoppt werden. Zu diesem Ergebnis kommt der WWF in
einem neuen Bericht. Nur noch an wenigen Stellen fließt die Donau in
ihrem natürlichen Flussbett. Dieses auszubauen, zu kanalisieren,
Staustufen und Kraftwerke zu errichten, würde viele der bedeutenden
Feuchtgebiete an den Ufern zerstören - mit schweren Konsequenzen für
die Natur: Seltene Arten wie Stör und Schwarzpappel würde der
Lebensraum entzogen, weniger Trinkwasser wäre verfügbar und der Abbau
von Schadstoffen in Fluss und Aue würde sich verringern. Der WWF
Bericht unterstreicht außerdem, dass die neuen Pläne auch
wirtschaftlich nicht tragfähig sind.
    
    "Diese Projekte sind die größte Gefahr für die letzten
verbliebenen natürlichen Gebiete entlang der Donau," sagt Professor
Emil Dister, Leiter des WWF Auen-Instituts in Rastatt. "Der WWF ist
nicht gegen den Schiffsverkehr generell, aber wir sind gegen
Vorhaben, die weder ökologisch noch ökonomisch sinnvoll sind. Die
Pläne widersprechen nicht nur dem gesunden Menschenverstand, sondern
auch der nationalen, internationalen und der
EU-Naturschutzgesetzgebung."
    
    In Deutschland geht es vor allem um den Ausbau der 70 Kilometer
langen Strecke zwischen Straubing und Vilshofen in Bayern. Diese sei
neben der Weltenburger Enge die einzige in Bayern, die nicht durch
Staustufen verbaut sei. Der WWF betont, dass dieser Teil der Donau
von größter Bedeutung für den Naturschutz sei. Er schließe mit der
Isar-Mündung ein "Gebiet von gesamtstaatlich repräsentativer
Bedeutung" ein und sei als Natura2000 Gebiet an die EU gemeldet.
Zahlreiche seltene und vom Aussterben bedrohte Tier- und
Pflanzenarten seien dort noch vorhanden.
    
    In Bulgarien sei, so der WWF, der sehr naturnahe Bereich der
Donau-Inseln von Plänen zur Verbesserung der Schifffahrt bedroht, die
aus Mitteln des Stabilitätsfonds finanziert würden. Die zerstörende
Wirkung für die Natur sei jetzt schon absehbar, der wirtschaftliche
Nutzen für Bulgarien höchst zweifelhaft.
    
    Der WWF Report zeigt, dass die Pläne überall entlang der Donau auf
überholten technischen Argumenten beruhen und betont, dass ökologisch
vertretbare Flussnutzung auf Europas größten Flüssen machbar ist ohne
diese zu stark umbauen, auszubaggern oder begradigen zu müssen. Die
Donau ist eine internationale Wasserstraße über 2.414 Kilometer. Sie
entspringt in Deutschland und mündet im Schwarzen Meer. Über den
Main-Donau-Kanal besteht eine Schiffsverbindung von der Nordsee bis
zum Schwarzen Meer.
    
ots Originaltext: WWF Deutschland
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de

Weitere Informationen:

Prof. Dr. Emil Dister
Leiter WWF Auen-Institut
Tel. 0 72 22 - 38 07-10

Jörn Ehlers,
Pressestelle WWF Deutschland
Tel. 0 69 - 79 144 145

Der Report "Waterway Transport on Europe's Lifeline, the Danube",
Hintergrund- und Kartenmaterial ist auf Englisch verfügbar unter
www.panda.org/livingwaters.

Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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