WWF World Wide Fund For Nature

Nordseewale ertrinken für Fischfilets

Berlin (ots) - WWF-Studie: Massenhaftes Sterben in Fischernetzen gefährdet Schweinswale Die Schweinswale in der Nordsee, die einzigen bei uns heimischen Wale, sind stark bedroht: In der zentralen und südlichen Nordsee sterben jedes Jahr durchschnittlich 7500 Schweinswale allein in den Stellnetzen der dänischen, britischen und schwedischen Fischerei als so genannte Beifänge - das sind weit mehr als die Population in der Nordsee verkraften kann. Darüber hinaus gibt es deutliche Hinweise für eine hohe Dunkelziffer an weiteren Schweinswal-Beifängen. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die der WWF heute vorgestellt hat. Wenn sich die Situation der Schweinswale nicht entscheidend ändert, besteht die Gefahr, dass die Schweinswale in der Nordsee aussterben. Der WWF nimmt diese alarmierenden Ergebnisse zum Anlass, heute eine bundesweite Kampagne zur Rettung der Nordseewale zu starten. "Eine Fischerei- und Umweltpolitik, die das massenhafte Töten von Walen in der Nordsee in Kauf nimmt, ist unverantwortlich und muss geändert werden. Wir erwarten, dass Fischereiministerin Künast und Umweltminister Trittin hier eine aktive Rolle spielen", sagte WWF-Geschäftsführer Dr. Georg Schwede. Der WWF ruft die Bundesregierung auf, sich bei der Internationalen Nordseeschutzkonferenz (INK) im März 2002 in Bergen/Norwegen und im Rahmen der derzeitigen Reform der EU-Fischereipolitik für eine umweltfreundliche Fischerei einzusetzen. "Wir fordern Schutz- und Schongebiete für die Schweinswale, Fischereimethoden, die eine drastische Senkung der Beifänge zur Folge haben sowie ein Ende der Überfischung", betonte WWF-Fischereiexperte Dr. Christian von Dorrien. Eigentlich sind Schweinswale, die Kleinsten der Walfamilie, bereits durch mehrere internationale Abkommen und Konventionen geschützt, wie z. B. ASCOBANS (Abkommen zur Erhaltung der Kleinwale in Nord- und Ostsee) und die EU-Habitatsrichtlinie. Auch die Internationale Walfangkommission (IWC) hat dem Schutz der Wale eine besondere Priorität eingeräumt. Laut ASCOBANS darf die jährliche Sterberate durch Beifang ein Prozent der Schweinswal-Population nicht übersteigen, wenn ihr langfristiges Überleben nicht gefährdet werden soll. Tatsächlich sterben allein in der zentralen und südlichen Nordsee mindestens 4,3 Prozent der Schweinswale nur durch Fischernetze. Die Tiere verheddern sich in dünnen Nylonnetzen, die sie weder sehen noch akustisch orten können. Die meisten ertrinken, manche verletzen sich schwer. Sie werden als Beifang tot oder sterbend über Bord geworfen. Zusätzlich verschärft sich ihre Bedrohung durch hohe Schadstoffbelastungen im Meer und Störungen durch zunehmenden Schiffsverkehr. Die WWF-Kampagne Mit Unterschriftensammlungen, symbolischen Petitionsaktionen und direkten Gesprächen will der WWF im Rahmen seiner Kampagne erreichen, dass die Bundesregierung auf der Nordseeschutzkonferenz im März 2002 entscheidenden Einfluss zum Schutz der Nordseewale nimmt. Die Umweltminister der Nordseestaaten sollen auf dieser Konferenz einen Rettungsplan für den Schweinswal auf den Weg bringen und Druck auf ihre Fischereiminister-Kollegen ausüben, damit die Fischerei endlich umweltverträglich wird. Unterstützung erfährt der WWF bei seiner Kampagne von prominenter Seite: Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens wie Elke Heidenreich, Johannes B. Kerner, Prof. Franz Alt oder Sissi Perlinger haben als Erste Unterschriftenlisten mit Forderungen an Bundesumweltminister Trittin unterschrieben und rufen die Menschen in Deutschland auf, die WWF-Aktion ebenfalls zu unterstützen. Über www.wwf.de finden Interessierte entsprechende Unterschriftenlisten wie auch Unterlagen der speziell für Kinder und Jugendliche zugeschnittenen Petitionsaktion zum Ausdrucken. Achtung TV-Sender und Fotoredaktionen! Filmmaterial in Betacam-Qualität steht zur Verfügung. Fotos von Schweinswalen erhalten Sie über www.wwf.de ots Originaltext: WWF Deutschland Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Weitere Informationen: Heike Vesper, WWF Deutschland, Tel.: 04 21/6 58 46-23, Mobil 0171/3426928 Dr. Christian von Dorrien, WWF Deutschland, Tel.: 04 21/6 58 46-27, Mobil 0171/5487312 Die WWF-Studie erhalten Sie von: Gabriele Kranz, Pressereferentin, WWF Deutschland, Tel. 0421/65846-18, Mobil 0171/342 6928 Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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