WWF World Wide Fund For Nature

Wal-Wiederholung bei der IWC
WWF beklagt: Dauerbremser beim Walschutz setzen sich durch

Mit einer gehörigen Portion Ärger zieht der WWF sein Resümee zur 53. Tagung der Internationalen Walfang Kommission IWC in London, die morgen ihren Abschluss findet. "Die IWC-Staaten verhalten sich wie beim Mikado-Spiel: Wer sich zuerst bewegt, hat verloren. Zu kaum einer Entscheidungsvorlage gab es einen Konsens," berichtet Volker Homes, WWF-Walschutzexperte und Teilnehmer der Konferenz in London enttäuscht. "Seit dem Walfangmoratorium 1986 wird geredet und geredet - und trotzdem wurden seitdem außerhalb internationaler Kontrolle über 21.000 Großwale harpuniert." Zwar bleibt das Moratorium bestehen, aber auch sonst bleibt alles wie es ist: Japan und Norwegen werden weiterhin außerhalb internationaler Kontrollen jährlich hunderte von Walen fangen. Ziel der IWC war es, ein gemeinsames Verfahren über Quoten und Bestimmungen des Walfangs zu verabschieden, das sogenannte RMS. Noch am Vortag gab es verhaltenes Hoffen: Ein neuer Vorschlagsentwurf beinhaltete eine Verabschiedung aller bisherigen Punkte, auf die man sich in langjährigen Diskussionen bereits verständigt hatte. Das Kompromisspapier wurde von neun Staaten Südamerikas und Europas sowie von Neuseeland, Oman und Südafrika gestützt, fand aber bereits im Vorfeld keinen Konsens. "Die Verabschiedung des RMS wäre ein klarer Schritt vorwärts im Kampf um eine verbesserte internationale Walfang-Kontrolle gewesen", so Volker Homes. "Selbst die Staaten, die sich den Walschutz fest auf die Fahnen geschrieben haben, sind nicht in der Lage, konsensfähige Papiere für den langfristigen Schutz der Wale auszuarbeiten." Zu den wenigen Erfolgen der Tagung zählt der WWF den Beschluss, Island nicht mit Vorbehalt gegen das Moratorium in die IWC eintreten zu lassen. Island wollte bereits nächstes Jahr neben den Minkwalen Jagd auf die bedrohten Finn- und Seiwale machen. Abgeschmettert wurden dagegen die Anträge auf neue Walschutzgebiete im Südpazifik und im Südatlantik. Auch hier traten Japan und Norwegen auf die Dauerbremse im Walschutz. Die Zukunft der Wale sieht düster aus: Im nächsten Jahr tagt die IWC in Japan - bis dahin werden noch mehr Pro-Walfang-Staaten in die Kommission eingetreten sein. ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Weitere Informationen: Volker Homes, Referent Artenschutz auf der IWC: 0171/5897226 Roland Melisch, Leiter Referat Artenschutz, Tel.: 069/79144-180 Ulrike Bauer, Pressestelle WWF Deutschland, Tel.: 069/79144-153 Rebstöcker Straße 55 60326 Frankfurt a. M. Tel.: 0 69/7 91 44-0 Direkt: -1 53 Fax: 0 69/7 91 44-1 16 bauer@wwf.de www.wwf.de Der WWF Deutschland ist eine der nationalen Organisationen des WWF - World Wide Fund For Nature - in Gland (Schweiz). Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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