WWF World Wide Fund For Nature

Rote Karte für Walschutzgebiet
WWF bedauert verpasste Chance für Walschutz auf Südhalbkugel

London/Frankfurt a. M (ots) - Kein neues Walschutzgebiet im Südpazifik, lautete das Ergebnis der Abstimmung am zweiten Konferenztag der Internationalen Walfang Kommission IWC in London. Bereits zum zweiten Mal engagierten sich Australien und Neuseeland für die Ausweisung eines Walschutzgebiets auf der Südhalbkugel und reichten einen entsprechenden Antrag ein. Die nötige Dreiviertelmehrheit für den Beschluss konnte jedoch nicht erreicht werden. Nur 20 Staaten stimmten dafür, 13 dagegen und vier enthielten sich. Der Antrag scheiterte mit der Argumentation Japans und anderer Walfangnationen, die das Südpazifik-Schutzgebiet als "nicht wissenschaftlich begründet" ablehnten. "Was Japan sonst unter wissenschaftlich versteht, kann jeder Mensch Jahr für Jahr zählen," ärgert sich Roland Melisch, Artenschutzexperte beim WWF. "In der Saison 2000/2001 fing Japan 480 Minkwale und erstmalig in der letzen Saison auch 43 Brydeswale und fünf Pottwale unter dem Deckmantel des wissenschaftlichen Walfangs. Das Fleisch geht dann in japanischen Delikatessläden hochpreisig über die Theke." Die Ausnahmeklausel stammt aus dem Konventionstextes zur Regulierung des Walfangs von 1948, nach dem die zu wissenschaftlichen Zwecken gefangenen Tiere auch verwertet werden sollten. "In Zeiten des Hungers nach dem zweiten Weltkrieg eine sinnvolle Regelung," kommentiert Roland Melisch. "Aber im Jahr 2001 ist keine Walforschung mit Harpunen an Hunderten von Tieren mehr nötig. Offenbar hat Japan das Zeitalter der modernen Wal-Forschung verschlafen." Die Abstimmung über einen neuen Antrag Brasiliens zur Ausrufung eines südatlantischen Schutzgebiets steht zur Stunde noch aus. ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de Weitere Informationen: Roland Melisch, Leiter Artenschutz, Tel.: 069/79144-180 oder 0171 6257812 Ulrike Bauer, Pressestelle WWF Deutschland, Tel.: 0 69/7 91 44-1 53, Fax: -1 16 Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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