WWF World Wide Fund For Nature

Tödliche Hungerkur für den Blauwal
WWF warnt: Klimawandel setzt Giganten der Meere auf Zwangsdiät

    Frankfurt a. M. (ots) - Die Hauptnahrungsquelle für den
Antarktischen Blauwal, der Krill, ist in seiner Existenz stark
bedroht. Der Kleinkrebs ernährt sich von Algen, die aus dem Polareis
stammen, das jetzt bedingt durch den Klimawandel schmilzt. Durch die
geringere Anzahl der Algen gehen die Krillbestände rapide zurück mit
fatalen Konsequenzen: Das störungsempfindliche antarktische Ökosystem
kann ernsthaft aus dem Gleichgewicht kommen und das könnte zum
Aussterben der Antarktischen Bauwale führen, warnt der WWF.
    
    "Der Blauwal in der Antarktis verhungert vor unseren Augen. Allen
Bemühungen der Walfänger zum Trotz hat er bis heute überlebt. Jetzt
wird ihm der Klimawandel zum Verhängnis," sagt WWF
Artenschutzreferent Volker Homes. "Das größte Problem weltweit, die
globale Erwärmung, könnte das Aussterben für das weltweit größte Tier
in der Antarktis bedeuten." Der WWF fordert deshalb die Regierungen
auf, zum Schutz der Wale zu handeln: Auf dem Klimagipfel in Bonn
sollen drastische Schritte zur Verhinderung des Klimawandels
unternommen werden, und die Internationale Walfang Kommission IWC in
London soll nächste Woche Maßnahmen zum Schutz der Blauwale
beschließen.
    
    Das Polareis bietet einen Lebensraum für Phytoplankton, das im
Sommer durch das schmelzende Eis freigesetzt wird und die
Nahrungsgrundlage für den Krill ist. Eine Reihe wissenschaftlich
fundierter Studien hat gezeigt, dass durch den Anstieg der
Temperaturen in den vergangenen Jahrzehnten das Polareis schnell
zurückgeht und dadurch die Nahrung für den Krill knapper wird. Doch
nicht nur der Klimawandel macht den Krill-Populationen zu schaffen,
einige Länder wollen den kommerziellen Krillfang verstärken und vor
allem als Futter in Fischfarmen nutzen. Diese Aktivitäten könnten der
letzte Nagel auf dem Sarg des Blauwals sein, dem größten Tier das je
gelebt hat.
    
    Die Blauwalpopulation in der Antarktis wurde im vergangenen
Jahrhundert durch den kommerziellen Walfang drastisch reduziert: von
250.000 vor hundert Jahren auf wahrscheinlich weniger als 1.000 Tiere
heute. 1965 wurden die Blauwale deshalb offiziell unter Schutz
gestellt, dennoch hat die Population seitdem keine Zeichen der
Bestandserholung gezeigt. Jeder auch sehr geringe Einfluss auf die
verbleibende Population könnte ihr Aussterben im Südpolarmeer
bedeuten.
    
    Knapp eine Woche bevor die Internationalen Walfang Kommission in
London tagt, fordert der WWF die IWC dazu auf, Mittel für
langfristige Populationsstudien zum Blauwal bereitzustellen und
Forschung im Hinblick auf die Wechselwirkungen zwischen Blauwal,
Krill und dem Klimawandel zu betreiben.
    
    
    
ots Originaltext: WWF Deutschland
Im Internet recherchierbar: http://www.presseportal.de


Weitere Informationen:
Volker Homes, Referent Artenschutz/TRAFFIC, Tel.: 069 79 144-183
Ulrike Bauer, Pressestelle WWF Deutschland, Tel.: 0 69 791 44-153,
Fax: -116

Die Internationale Walfang Kommission tagt vom 23. bis 27. Juli in
London. Eine Broschüre zum Blauwal in englischer Sprache ist ab 19.
Juli im Internet unter www.panda.org erhältlich.

Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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