WWF World Wide Fund For Nature

"Stör"-Pause im Kaspischen Meer
WWF begrüßt harte Auflagen im Kaviarbusiness

    Frankfurt a. M. (ots) - Die Störe im Kaspischen Meer sind so stark
bedroht, dass sie in diesem Jahr nicht mehr gefangen werden dürfen.
Kaviar darf nur noch aus bereits registrierten Lagerbeständen dieses
Frühjahrs verkauft werden. Zu diesem Beschluss kam heute der Ständige
Ausschuss von CITES (Convention on International Trade in Endangered
Species of Wild Fauna and Flora) bei seiner Sitzung in Paris. Der WWF
begrüßt diese Entscheidung. "Zusammen mit den Auflagen, den illegalen
Kaviarhandel zu bekämpfen, entspricht dieser Beschluss genau unseren
Vorstellungen," freut sich Volker Homes, Artenschutzreferent bei der
Umweltstiftung WWF.
    
    Jetzt sind die Herkunftsländer gefordert, selbst zu handeln. "Für
diesen Schritt hat der WWF lange gekämpft. Endlich wird die
Raubfischerei angegangen, das eigentliche Hauptproblem für den
Rückgang der Störe im Kaspischen Meer. Das bedarf vor allem der
Zusammenarbeit zwischen den Ursprungsländern", erklärt Volker Homes.
In den vergangenen Jahren sind die Störbestände im Kaspischen Meer,
der Hauptherkunftsregion des Kaviars, permanent überfischt worden.
Der Schwund der Störe ist dort besonders kritisch. Illegaler Fang und
Handel nahmen seit dem Zusammenbruch der Sowjetunion stark zu. Trotz
bestehender Fangquoten - seit 1998 haben die Anrainerstaaten des
Kaspischen Meers ihre gemeinsame Fangquote bereits um über 50 %
gesenkt - konnte der Rückgang der Bestände nicht aufgehalten werden.
    
    Mit dem heutigen CITES-Beschluss verpflichten sich Russland,
Kasachstan und Aserbeidschan, ein langfristiges Programm zur
Bestandserfassung der Störe aufzulegen und den illegalen Handel klar
zu unterbinden. Dazu zählen zum Beispiel die Zusammenarbeit mit
Interpol, um die Handelswege zu untersuchen, Maßnahmen zur Bekämpfung
des illegalen Fangs und Handels zu erarbeiten und unabhängige
Inspektionen durch CITES zuzulassen. Turkmenistan, ebenfalls
Anrainerstaat des Kaspischen Meers, muß dem Plan noch zustimmen. Im
Iran ist die Kontrolle zufriedenstellend. Iranische Kaviarexporte
bleiben deswegen von diesen Maßnahmen unberührt. Den vier betroffenen
Staaten droht allerdings für 2002 eine Null-Quote, das heißt
keinerlei Exportmöglichkeit von Kaviar, wenn es ihnen nicht gelingt,
die heutigen Beschlüsse umzusetzen.
    
    
ots Originaltext: WWF Deutschland
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Weitere Informationen:
Volker Homes,
Artenschutz/TRAFFIC beim WWF,
Tel. 0 69/7 91 44-1 83 oder 0170/4765664

Ulrike Bauer,
Pressestelle WWF Deutschland,
Tel.: 0 69/7 91 44-1 53, Fax: -1 16

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