WWF World Wide Fund For Nature

Öl erreicht dänische Ostseeküste
WWF fordert Hochsee-Schlepper als Sofortmaßnahme

Stralsund (ots) - Nach dem Zusammenstoß des Öltankers "Baltic Carrier" und einem Frachter in der Ostsee hat ein Teil des Öls die Ufer der dänischen Inseln Bongö und Farö erreicht. "Wenn mehr von dem ausgetretenen Öl an die Strände treibt, droht Dänemark die größte Ölpest seiner Geschichte", warnte Alfred Schumm vom WWF. "Zehntausende Eis- und Schellenten könnten dem Öl zum Opfer fallen. Auch Watvögel, Mittelsäger und Schwäne sind betroffen, sowie empfindliche Laichgebiete von Fischen", sagte Schumm. Er forderte: "In der engen Kadetrinne müssen Gefahrgut-Transporte immer einen Lotsen an Bord haben. Als Sofortmaßnahme muss außerdem auf Dauer ein Hochsee-Schlepper dort stationiert werden, der im Falle eines Unglücks sofort eingreifen kann. Es ist überfällig, dass endlich die nötigen Maßnahmen für die Schiffssicherheit in der Ostsee ergriffen werden. Seit Jahren warnt der WWF vor derartigen Havarien." Der WWF fordert die Politiker von Bund und Ländern auf, ihr jahrelanges Schwarzer-Peter-Spiel zu beenden. "Der eigentliche Skandal ist, dass sich offenbar niemand zuständig fühlt für die Sicherheit in diesem Gewässer. Deshalb ist trotz aller Unfälle und stetiger Warnungen nicht genug passiert", so Schumm. Bundesverkehrsminister Bodewig und seine Kollegen in den Ländern seien nun dringend aufgerufen, sich an einen Tisch zu setzen. Nötig seien eine verschärfte Hafenstaatenkontrolle, damit Schiffe mit technischen Mängeln die Häfen gar nicht erst verlassen können, sowie Anmeldepflicht, Lotsenpflicht und Radarüberwachung für alle Schiffe mit einem Tiefgang über 10 Meter. Weltweit müssen alle Schiffe schnellstens mit einem AIP (Automatic Identification System) Transponder ausgerüstet werden, - diese Technik existiert bereits - um sie besser zu überwachen und Unfälle zu vermeiden. Bislang soll diese Technik erst ab 2007 Pflicht werden. Die Kadetrinne ist eines der befahrendsten Seegebiete der Welt. 55.000 Schiffe passieren das noch unzureichend betonnte enge Fahrwasser jährlich. Eine Umweltkatastrophe in der gesamten Ostseeregion wurde jetzt nur dadurch verhindert, dass der "Baltic Carrier" ein modernster gekammerter Doppelwandtanker war und nicht die gesamte Ladung von 33.000 Tonnen Öl ausgelaufen sind. ots Originaltext: WWF Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Jochen Lamp, WWF-Projektbüro Ostsee Stralsund, Tel.: 03831-280701, 0171-2733905 Alfred Schumm, WWF-Projektbüro Ostsee Stralsund, Tel.: 03831-280701, 0170-5806437 Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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