WWF World Wide Fund For Nature

Schützen statt schlagen!

Frankfurt a. M. (ots) - Die Umweltstiftung WWF fordert, die letzten europäischen Urwälder zu erhalten und den deutschen Waldnaturschutz zu verbessern. Der europäische Waldschutz ist ein schlechtes Vorbild für den Rest der Welt. Nur rund sechs Prozent der Wälder zwischen Atlantikküste und Ural stehen unter Schutz. Zu diesem ernüchternden Ergebnis kommt eine neue Bestandsaufnahme des WWF. Die weltweit größte Naturschutzorganisation fordert, deutlich mehr Wälder in Europa unter Schutz zu stellen und die Bewahrung der letzten ursprünglichen Waldgebiete ebenso Ernst zu nehmen wie den Erhalt von wichtigen Kulturdenkmälern wie dem Schiefen Turm von Pisa oder der Dresdener Frauenkirche. Der WWF bemängelt, dass die meisten geschützten Wälder in Europa zu klein und zu zersplittert seien, um das Überleben seltener Tier- und Pflanzenarten zu sichern. Das gelte insbesondere für Mittel- und Südeuropa, denn 90 Prozent aller großen Schutzgebiete befinden sich in Russland und Skandinavien. Illegaler Holzschlag und industrialisierte Forstwirtschaft, Waldbrände, unkontrollierte Freizeitnutzung und Jagd setzten dem europäischen Wald am meisten zu. Als intakte Naturwälder können nach Schätzung des WWF nur zwei bis drei Prozent der Wälder Europas und fünf bis zehn Prozent im europäischen Russland gelten. Davon sei mehr als die Hälfte noch ungeschützt. Dadurch seien allein 40 Prozent aller Vogel- und Säugetierarten des Waldes gefährdet. Gerade die typischen Waldbewohner wie Braunbär, Luchs und Wolf, sowie verschiedene Eulen-, Specht- und Fledermausarten seien in Europa selten geworden. Auch in Deutschland repräsentieren die wenigen geschützten Wälder nicht die Vielfalt der Waldtypen. Es dominieren Bergwälder und unrentable Wälder auf armen Böden, kaum vertreten sind Wälder im Flachland und auf reichen Standorten, also auch ganz normale Waldgesellschaften. Die Gründe dafür liegen auf der Hand: "Viele Waldschutzgebiete wurden nicht nach ökologischen, sondern nach ökonomischen Kriterien ausgewählt" sagt Kornelius Kremkau, Leiter Forstwirtschaft beim WWF Deutschland. "Für ein Land, das sich rühmt, die Wiege der nachhaltigen Forstwirtschaft zu sein, ist eine geschützte Waldfläche von knapp drei Prozent kein Ruhmesblatt". Das unendliche Gerangel um den hessischen Kellerwald zeige, wie wenig der konsequente Schutz natürlicher Waldgesellschaften auch hierzulande immer noch zählt, wenn ihm wirtschaftliche Interessen entgegenstehen. Der WWF fordert die Länder der Europäischen Union und ihre Mitgliedskandidaten daher auf, die europäische FFH-Richtlinie konsequent umzusetzen und alle ihre Wälder umweltverträglich, entsprechend den Standards des Forest Stewardship Council (FSC) zu bewirtschaften. Auf nationaler Ebene sei eine Aufnahme von Anforderungen für die gute fachliche Praxis der Forstwirschaft in das neue Bundesnaturschutzgesetz überfällig. Bildmaterial Jürgen Matijevic, Bildredaktion und Dokumentation, Tel. 069/7 91 44-152 matijevic@wwf.de ots Originaltext: WWF Deutschland Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Kornelius Kremkau, Leiter Forstwirtschaft WWF Deutschland, Tel. 069/7 91 44-191 Jörn Ehlers, Pressestelle WWF Deutschland, Tel.: 0 69/7 91 44-1 45, Fax: -1 16 Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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