WWF World Wide Fund For Nature

Mittelmeer "ertrinkt" in Touristen
WWF fordert mehr Schutz für den Mittelmeerraum

Berlin (ots) Im Vorfeld der Internationalen Tourismusbörse (ITB) in Berlin, die am Samstag in Berlin beginnt, hat die Umweltstiftung WWF vor tief greifenden Umweltzerstörungen im Mittelmeer aufgrund rapide steigender Besucherzahlen gewarnt. Der WWF rechnet in einer jetzt vorgestellten Analyse damit, dass die Zahl der Reisenden in dieses Gebiet bis zum Jahr 2020 von derzeit jährlich 220 Millionen auf knapp 350 Millionen anwächst. Das entspricht einem Zuwachs von 57 Prozent. Um diese Flut an Urlaubern in den Griff zu bekommen, bedürfe es neuer nachhaltiger Ansätze in der Branche. Nur so könne verhindert werden, dass mit dem Anstieg an Reisenden gleichzeitig die Zerstörung der Natur zunehme. "Die Tourismusindustrie muß lernen, die Naturparadiese, von denen sie letztlich abhängt, stärker zu schützen," betont Peter DeBrian, Autor der WWF-Studie. In der Analyse werden 13 besonders gefährdete Mittelmeerregionen definiert. Dazu gehören die Balearen ebenso wie die tunesisch-algerische Küste oder die dalamatische Küste in Kroatien. Die weltweite Naturschutzorganisation fordert, die touristische Erschließung in diesen besonders sensiblen Meeres- und Küstenregionen einzuschränken. Dazu gehört z.B. ein Baustopp in den Schlüsselregionen der Artenvielfalt. Wenn der gegenwärtige Trend anhalte, könne das gesamte natürliche und kulturelle Gleichgewicht der Region ins Wanken geraten. Von der Mönchsrobbe bis zur Unechten Karettschildkröte seien bereits mehr als 500 Arten der Region vom Aussterben bedroht. Der vorgelegten Prognose zufolge ist in den kommenden Jahren nicht nur im bereits stark erschlossenen nordwestlichen Mittelmeerraum, also in Spanien Frankreich und Italien mit einem großen Urlauberansturm zu rechnen, sondern auch zunehmend im Süden und Osten. Marokko, Tunesien und Griechenland können ebenso wie die Türkei und Kroatien mit mehr Feriengästen rechnen. Die Urlauber kommen vor allem aus Deutschland. In Italien, Spanien und der Türkei spricht fast jeder vierter Tourist deutsch, in Griechenland und Frankreich liegt ihr Anteil bei 20 Prozent. Gerade weil das Mittelmeer als Urlaubsziel hierzulande so beliebt sei, komme den Deutschen eine besondere Verantwortung zu, betont Dr. Georg Schwede. Der Geschäftsführer des WWF Deutschland kritisiert, dass die Bundesbürger ihr vermeintlich hohes Umweltbewußtsein in den Ferien oft zu Hause lassen. Während der tägliche Wasserverbrauch in der Bundesrepublik pro Kopf bei etwa rund 140 Litern pro Kopf liege, verbrauchen Hotelgäste in Spanien durch die Bewässerung von Golfplätzen und den Badespaß im Swimmingpool zum Teil mehr als 800 Liter. "Den Menschen muß klar werden, dass das Mittelmeer nicht nur das beliebteste Ferienziel der Welt ist, sondern zugleich ein Naturwunder darstellt, das zahlreichen einzigartigen Tier- und Pflanzenarten einen Lebensraum bietet, den wir respektieren und schützen müssen", so Georg Schwede. Ein Umdenken bei Reiseveranstaltern und Touristen sei überfällig. Die WWF-Studie zeigt, dass der Tourismus schon jetzt viele Teile der besonders sensiblen Gebiete im Mittelmeerraum schwer geschädigt hat. "Bodenerosion, der Verlust an Lebensraum für bedrohte Arten, zunehmende Wasserverschmutzung und die wachsende Gefahr von Waldbränden gehören zu den Schattenseiten der touristischen Erschließung", erläutert Peter DeBrian. Die Tourismusbranche müsse die Bedrohung der Natur als Herausforderung begreifen und gegensteuern, sonst werde sie letztlich zu den Verlierern gehören ots Originaltext: WWF Deutschland Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de Weitere Informationen: Anne Rémy: Communications Manager, WWF Mediterranean Programme Office, Mobil: 00 39 333 75 16 873 email: aremy@wwfmedpo.org Jörn Ehlers, Pressestelle WWF Deutschland, Tel.: 069 / 791 44 145 oder Mobil: 0171 544 01 44, Hintergrundinformationen Karten und Fotos können über das Internet http://www.panda.org. Klammermaterial ist auf Anfrage erhältlich Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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