WWF World Wide Fund For Nature

Baggert Airbus nun auch im Wattenmeer?
Sand soll im Wattenmeer abgebaut werden - WWF fordert rechtliche Prüfung

    Bremen (ots) - Die Pläne für die Erweiterung des Hamburger
Airbusgeländes  richten nicht nur im geschützten Mühlenberger Loch
große Schäden an, sie führen auch zu erheblichen Eingriffen im
Wattenmeer.
    
    Wie jetzt bekannt wurde, sollen im Wattenmeerbereich sehr große
Sandmengen abgebaggert werden. Wie der WWF erfahren hat, sind davon
Sandbänke im Nahbereich der Wattenmeer-Nationalparke betroffen. So
sollen allein im Elbe-Weser-Dreieck, westlich der Vogelinseln
Nigehörn und Scharhörn auf niedersächsischem Gebiet rund 8 Millionen
Kubikmeter Sand entnommen werden. Der WWF sieht darin einen Verstoß
gegen das EU-Recht, da solche Arbeiten ein erheblicher Eingriff  in
das durch staatenübergreifende Abkommen geschützte Wattenmeer seien.
Sie würden auch die nahe gelegenen europäischen Schutzgebiete im
Nationalpark Wattenmeer beeinträchtigen. Laut den europäischen
Naturschutzrichtlinien erfordert allein schon die Möglichkeit, dass
der Abbau erhebliche Auswirkungen auf das angrenzende Schutzgebiet
haben können, eine gründliche Prüfung der Umweltverträglichkeit.
Dabei muss geklärt werden, welche Pflanzen, Tiere und Lebensräume
geschädigt werden könnten.
    
    "Es ist schlimm genug, ein einmaliges Süßwasserwatt dem
Profitdenken zu opfern", sagte WWF-Wattenmeerexperte Hans-Ulrich
Rösner. "Wenn  für die Zerstörung des Mühlenberger Lochs auch noch
solche Massen Sand aus einem anderen empfindlichen Gebiet verwendet
werden,  hat sich der Umweltfrevel verdoppelt."
    
    Das für die Sandentnahme vorgesehene Gebiet gilt als Rastgebiet
für viele Seevögel und ist Nahrungsquelle für bedrohte Seeschwalben.
Schon durch die Wassertrübung, die durch Baggerarbeiten entsteht,
könnten die  Seeschwalben der Vogelinseln Nigehörn und Scharhörn
nicht mehr nach Fischen tauchen. Sie sind als sogenannte Stoßtaucher
auf klare Sicht angewiesen. Der enorme Verlust von Sand und Schlick
würde das Bodenleben empfindlich stören und die natürliche Strömungs-
und Sedimentdynamik verändern. Das verstieße gegen die gemeinsamen
Vereinbarungen der Wattenmeerstaaten. Sandentnahmen sollten deshalb
nur außerhalb des Wattenmeergebietes erfolgen.
    
    Der WWF Deutschland fordert, noch vor Beginn der Baggerarbeiten
eine umfassende Umweltverträglichkeitsprüfung vorzunehmen.
Erstaunlicherweise wurde dies bei den bisherigen Planungen der
Hamburger Baumaßnahmen "vergessen", obwohl der Ort  für die geplante
Sandentnahmen schon länger bekannt sein muss.
    
    
ots Originaltext: WWF Deutschland
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