WWF World Wide Fund For Nature

Regierungserklärung zur Agrarpolitik
BSE-Karren aus dem Dreck ziehen
WWF begrüßt Künast-Vorschläge und fordert eine veränderte Subventionspolitik

    Frankfurt/M. (ots) - Der WWF begrüßt die Regierungserklärung der
neuen Verbraucher- und Agrarministerin Renate Künast. "Die Richtung
stimmt, das Tempo noch nicht", kommentierte Hilmar Freiherr v.
Münchhausen, Agrarexperte des WWF, die Erklärung. Auf Qualität,
umweltschonende Produktion und regionale Herkunft zu setzen sei
absolut richtig. Er kritisierte jedoch die Reform der
Subventionspolitik als "zu zögerlich".
      
    Der WWF fordert, die Subventionen langfristig auslaufen zu lassen,
um mit dem Geld gezielt Investitionen in die ökologische
Modernisierung der Landwirtschaft, den Naturschutz und die Schaffung
neuer Arbeitsplätze im ländlichen Raum zu finanzieren. "Hier springt
Renate Künast noch zu kurz", so von Münchhausen. In einem ersten
Schritt seien umweltschädliche Subventionen wie z.B. die Maisprämie
komplett zu streichen. Im Ackerbau sollten nach Ansicht des WWF die
Flächenprämien für alle nicht ökologisch wirtschaftenden Landwirte
jährlich um fünf Prozent gekürzt werden. Landwirte, die Umweltgesetze
missachten, seien von den Prämien auszuschließen.

    "Die Agrarwende kann nur gelingen, wenn mit einer Neuausrichtung
der Subventionen Ernst gemacht wird", betonte von Münchhausen. Der
WWF-Agrarexperte kritisierte in diesem Zusammenhang den Vorschlag
Mittel aus der sogenannten Gemeinschaftsaufgabe zur "Verbesserung der
Agrarstruktur und des Küstenschutzes" für die Bewältigung der
BSE-Krise aufwenden. Für den WWF ist das ein "falsches Signal". "Die
Gemeinschaftsaufgabe brauchen wir für die ökologische Modernisierung
der Landwirtschaft, den Naturschutz und den ländlichen Raum, nicht
für die Altlasten der Vergangenheit."
    
    Zur Finanzierung der BSE-Krise schlägt der WWF dagegen vor, die
Mittel aus der so genannten Gasölbeihilfe einzusetzen. Im vergangenen
Jahr wurden über 800 Millionen DM Steuermittel benutzt, um Energie
für die Landwirte künstlich zu verbilligen. Damit müsse in Zeiten der
Agrarwende Schluß sein.
    
    Die Forderungen des WWF für eine Neuausrichtung der Agrarpolitik
werden auch von der Mehrheit der Bürger begrüßt. Der WWF verwies auf
eine EMNID Untersuchung vom Januar. Demnach würden unter anderem rund
84 Prozent der Menschen in Deutschland begrüßen, Subventionen für die
Landwirtschaft an Umweltstandards zu knüpfen.
    
    
ots Originaltext: WWF Deutschland
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