WWF World Wide Fund For Nature

Galapagos ist überall
WWF will Seegebiete wie die Galapagos Inseln und das Wattenmeer besser schützen

Frankfurt/M. (ots) - Nach der Havarie des Tankers "Jessica" vor der Galapagos Insel "San Cristobál" fordert der WWF besseren Schutz für besonders empfindliche Meeresgebiete. Neben den notwendigen Akutmaßnahmen zur Begrenzung der ökologischen Schäden, sei es jetzt wichtig, die nötigen rechtlichen Veränderungen einzuleiten, um das Galapagos Archipel und andere Naturparadiese vor den verheerenden Folgen weiterer Schiffsunfälle zu schützen. Die für die Meere zuständige Internationale Schifffahrtsorganisation (IMO) sieht hierfür Regelungen vor, doch bislang machen nur wenige Staaten davon Gebrauch. Nur das Great Barrier Reef in Australien und das kubanische Sabana-Camarguey Archipel wurden bislang als "besonders schützenwertes Meeresgebiet" (Particular Sensitive Sea Areas = PSSAs) ausgewiesen. "Dies war dringend notwendig, denn allzuviele schwarze Schafe unter den Schiffseignern und Reedereien verhalten sich auf See so, als sei dort ein rechtsfreier Raum", bemängelt Hans Ulrich Rösner vom WWF. Er fordert die Ausweisung eines PSSA auch für das Wattenmeer vor der dänisch-deutsch-niederländischen Nordseeküste und um die Galapagos Inseln. In solchen Meeresgebieten kann z.B das Befahren bestimmter Gebiete oder durch bestimmte Schiffe verboten werden. Auch eine Lotsenpflicht ist möglich und die Begleitung gefährlicher Schiffe durch Eskortschlepper kann vorgeschrieben werden. Erst vor wenigen Monaten hatte der WWF für das Wattenmeer ein umfassendes PSSA-Konzept vorgelegt, welches derzeit von den Regierungen geprüft wird. "Wir hoffen auf einen positiven Beschluss bei der kommenden Ministerkonferenz der Wattenmeerstaaten im Oktober 2001", sagte Rösner. Darüber hinaus müssen nach Ansicht des WWF weltweit die Standards für den Transport von Öl oder Chemikalien angehoben werden. Die Initiative der Europäischen Union, Doppelhüllentanker schneller als bislang international geplant verbindlich vorzuschreiben, sei ein richtiger Schritt in diese Richtung. Dies müsse auch außerhalb der europäischen Gewässer umgesetzt werden. Obwohl der bei Galapagos havarierte Tanker "Jessica" vergleichsweise klein war, flossen nach den bisher bekanntgewordenen Angaben einige hundert Tonnen Diesel und eine geringere Menge Schweröl in den Ozean. Der Ölteppich verteilt sich inzwischen auf einer Fläche von mehreren 1000 Quadratkilometern und bedroht die einmalige Fauna der Inselwelt. Fast die Hälfte der dort heimischen 5000 Arten kommen nur auf dieser Inselgruppe vor. Dazu gehören der Galapagos-Pinguin, Meeresechsen, und die berühmten Darwin Finken. Erste Pelikane, Blaufußtölpel und Galapagos-Seelöwen sind bereits verölt aufgefunden worden. Der WWF rechnet mit noch schlimmeren Folgen. Rösner zieht eine Parallele zum Wattenmeer: "Auch bei der Pallas-Havarie sind nur wenig mehr als 100 Tonnen Schweröl ins Meer gelaufen. Das, reichte aus um mindestens 16.000 Seevögeln den schwarzen Tod zu bringen". Er fordert die Bundesregierung auf, dem Hilfeersuchen von Ecuador durch Entsendung von Ölwehrexperten der "Sonderstelle des Bundes zur Bekämpfung von Meeresverschmutzungen" nachzukommen. Sie können vor Ort direkt helfen, aber auch wichtige Erfahrungen beim Unfallmanagement am konkreten Beispiel sammeln. Weitere Informationen: Der WWF hat eine Studie "Schutz des Wattenmeeres vor Schiffsunfällen durch Einrichtung eines PSSA Wattenmeer - ein Konzept zur Umsetzung durch die trilaterale Kooperation von Dänemark, Deutschland und den Niederlanden" vorgelegt, die bei husum@wwf.de als als pdf-Version erhältlich ist. Jörn Ehlers, Pressestelle WWF Deutschland, Tel.: 0 69/7 91 44-1 45, Fax: -1 16 ots Originaltext: WWF Deutschland Im Internet recherchierbar: http://recherche.newsaktuell.de WWF Deutschland Pressestelle Rebstöcker Straße 55 60326 Frankfurt a. M. Tel.: 0 69/7 91 44-0 Direkt: -1 45 Fax: 0 69/7 91 44-1 16 ehlers@wwf.de www.wwf.de www.global200.de Der WWF Deutschland ist eine der nationalen Organisationen des WWF - World Wide Fund For Nature - in Gland (Schweiz). Original-Content von: WWF World Wide Fund For Nature, übermittelt durch news aktuell

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