WWF World Wide Fund For Nature

Bürgern "schmeckt" die Agrarwende
WWF legt EMNID-Umfrage zur Landwirtschaftspolitik vor

    Frankfurt a. M. (ots) - Eine große Mehrheit der Bevölkerung
wünscht sich eine ökologisch ausgerichtete Agrarpolitik. Zu diesem
Ergebnis kommt eine repräsentative Umfrage der Umweltstiftung WWF. Im
Auftrag der Naturschutzorganisation haben die Meinungsforscher von
EMNID in der zurück liegenden Woche 1.000 Bundesbürger befragt.
Demnach sprachen sich 78 Prozent der Befragten für eine veränderte
Subventionspolitik aus. Sie befürworten, die bisherige Förderung
auslaufen zu lassen, um statt dessen gezielt ökologische
Landwirtschaft und Naturschutz zu fördern. Bundesweit würden es rund
84 Prozent der Menschen begrüßen, finanzielle Hilfen für die Bauern
an Umweltstandards zu knüpfen. "Die Menschen haben verstanden, dass
die Zeit für Subventionen per Gießkanne vorbei ist," unterstrich
Hilmar Freiherr von Münchhausen, Agrarexperte des WWF. Es sei
überfällig, dass diese Erkenntnisse umgesetzt werde.
    
    In der Umfrage wurde zugleich deutlich, dass die Leistungen der
Bauern bei der Landschaftspflege durchaus gewürdigt werden. 80
Prozent der Befragten unterstützen das Anliegen, mehr Geld aus der
Agrartöpfen für Landschaftspflege und Naturschutz einzusetzen. Die
Realität sieht anders aus: Zur Zeit fließen in diesen Bereich
jährlich 900 Millionen Mark. Das ist nur rund zehn Prozent dessen,
was an Subventionen allein für Ackerbau und die Rindfleischproduktion
ausgeben wird. Der WWF fordert, die Agrarumweltprogramme, mit denen
gezielt die vielfältigen Leistungen der Landwirtschaft zum Schutz der
Natur und wild lebender Tiere und Pflanzen finanziert werden können,
auszubauen.
    
    Die Erhebung des WWF zeigt, dass die BSE-Krise ihre Spuren im
Einkaufskorb hinterläßt. Regionale Herkunft und ökologische Erzeugung
sind bei Lebensmitteln inzwischen die stärksten Kaufargumente. Auf
die Frage: "Was ist beim Kauf eines landwirtschaftlichen
Lebensmittels entscheidend?",  standen  "regionale Herkunft" (39
Prozent) und  "ökologische Erzeugung" (30 Prozent) ganz oben.
"Geschmack" (20 Prozent) landete noch vor dem "Preis" (8,4 Prozent).
Insbesondere die Ostdeutschen stehen auf heimische Erzeugnisse. Mit
über 43 Prozent stufte fast die Hälfte der Befragten in den neuen
Bundesländern die regionale Herkunft ihrer Produkte sehr hoch ein. Ob
aus den Antworten  tatsächlich auf ein verändertes Kaufverhalten
folgt, ist nach Einschätzung des WWF  offen. Dennoch seien die
Ergebnisse ein starkes Argument, mit einer Neuausrichtung der
Agrarpolitik Ernst zu machen. "Die Reformer erhalten Rückenwind und
das ist gut so. Wir müssen uns endlich von der anachronistischen
Agrarpolitik verabschieden und eine Politik für die ländlichen Räume
entwerfen. Wir brauchen eine Politik, die ökologisches Wirtschaften,
regionale Vermarktung und den Naturschutz in den Mittelpunkt stellt",
so Hilmar von Münchhausen vom WWF.
    
    
ots Originaltext: WWF Deutschland
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Hilmar von Münchhausen
WWF Deutschland
Referat Landwirtschaft
Tel.: 0171 8315105
Jörn Ehlers
Pressestelle WWF Deutschland
Tel.: 0 69/7 91 44-1 45
Fax: -1 16

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